Barbara Strohschein/Dieter Philippi:
Friedrich ist gerade abgereist

Mit Therese Affolter, Martin Schwab, Jürgen Hentsch, Sandra Galli-Dietrich, Lorenz Meyboden, Diego Vanzi


Komposition: Peter Zwetkoff
Regie: Götz Fritsch
BR/RB/SFB 1994

70 Min.


Auf dem Bahnhof von Turin treffen sich zwei Unbekannte: Irene Foni und Herr Sagebiel. Es wird Nacht, die erwarteten Züge kommen nicht, die Reisenden beginnen sich über die Lage zu streiten. Sagebiel findet sich mit der Situation ab, Foni begehrt auf. Die Ernsthaftigkeit des Dialogs täuscht über Verlegenheit und Einsamkeit beider scheinbar hinweg. Es kommt zum großen Knall. Zur Sprengung. Zum Wahnsinn? In den frühen Morgenstunden läuft Foni fort, in der Hoffnung, jemanden zu finden, der ihr Auskunft geben könnte. In der Zwischenzeit trifft ein Zug ein, in den drei Männer einsteigen, der eine mit einer Nachtmütze auf dem Kopf und einem sehr sonderbaren Verhalten. Ein unsichtbares Orchester spielt eine dramatische Musik. Als Foni zurückkehrt, berichtet Sagebiel ihr von diesem Vorfall, aber sie glaubt ihm nicht, empört sich jedoch andererseits, den Zug verpasst zu haben, auf den sie seit Jahren wartet.

Der verrückte Nietzsche, von dem Sagebiel nichtsahnend erzählt, wird zur Anti-Identifikationsfigur, über die sich die Streitenden definieren. Der Konflikt zwischen Foni und Sagebiel entlädt sich in einer absurd-komischen Kleinkatastrophe. „Woher noch die tragische Lösung nehmen? Muss ich anfangen über eine komische Lösung nachzudenken?“ (Friedrich Nietzsche)


Barbara Strohschein, geb. 1959 in Berlin. Philosophin, Werte-Mentorin und Autorin. Promotion über Ästhetische Erziehung und Prinzip Hoffnung von Ernst Bloch. BR-Hörspiele: Gespenstermenü (1991),  Auf dem Lager ist noch Licht (1991).

Dieter Philippi, geb. 1955, deutscher Autor. Hörspiele u.a. Das erste Stück (WDR 1999), Pücklers Raumdeutung (DLR/RB 1998).




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