Gayngstas
  Autor: Nils Binnberg
  Produktion: WDR 2008
  Regie: Thomas Wolfertz
  Länge: 54 Min.
 

Inhalt:

Die heftigste Beleidigung im Hip Hop ist "Faggot" - "Schwuchtel". Es gibt kaum einen anderen Musikstil, in dem die Homophobie größer ist. Die einst gegen Diskriminierung rappenden "Niggas" prügeln verbal auf die vermeintlich schwächeren "Homos" ein. Doch Rapper Deadlee aus L.A. schlägt zurück. Als selbst ernanntes "queer bastard child of DMX and Lil Kim", als schwules Bastardkind zweier bekennend homophober Hip Hop-Künstler, flucht er in seinem Gayngsta Rap gegen die schwulenfeindlichen Töne seiner Kollegen. In explizitem Gangster-Jargon macht er klar, dass Rap noch immer die Sprache der Unterdrückten ist und - dass er es ernst meint. Mit Kinnbart, Bandana und tätowierten, muskulösen Oberarmen erinnert er eher an einen Halbkriminellen denn an eine Tunte. Auch Foxxjazel rappt mit ihren gefühlt zwei Meter langen Beinen in engen Hotpants wie eine richtige "Bitch". Mit dem kleinen Unterschied - Foxxjazel war früher mal ein Mann.

Bemerkungen:

"Gayngstas" erzählt von einem wenig bekannten Untergenre im Bereich des (amerikanischen) HipHop. Dass es dort eine zum Teil offensiv vorgetragene Homophobie gibt, ist zwar bekannt, dass es aber Rapper gibt, die selbst homosexuell sind und mit den Mitteln des Rap gegen die Diskriminierung ankämpfen, wissen wohl die wenigsten.

Nils Binnberg beleuchtet das Thema in seiner Soundstory sehr interessant. Mit O-Tönen, Ausschnitten aus Clips und Kommentaren stellt er uns einige Protagonisten der Szene vor und zeigt ihren Mut sich gegen die mitunter sehr heftigen Anfeindungen im ohnehin sehr reaktionären Amerika zu stellen.

Binnberg gelingt es mit dieser Reportage dem Hörer ein ungewöhnliches Thema auf eine anhörliche Art näher zu bringen.

 

 

Meine Wertung: + + + 

 

 

Zu den aktuellen Radio-Tipps

 

Zum Radio-Tipp-Archiv