Glaube Liebe Hoffnung, ein kleiner Totentanz

Hörspiel nach dem gleichnamigen Theaterstück von Ödön von Horváth

Radiofassung und Regie: Robert Bichler
SRF 1978
55 Min.




Elisabeth: Dinah Hinz
Alfons: Alfred Pfeifer
Oberpräparator: Horst Warning
Präparator: Mathias Gnädinger
Vizepräparator: Peter Oehme
Baron: Robert Tessen
Irene Prantl: Eva-Maria Duhan
Frau Amtsgerichtsrat: Hanna Burgwitz
Herr Amtsgerichtsrat: Heinrich Trimbur
Invalider: Erwin Parker
Arbeiterfrau: Angelica Arndts
Buchhalter: Ingold Wildenauer
Maria: Rosalinde Renn
Oberinspektor: Rudolf Buczolich
1. Polizist: Peter Kner
2. Polizist: Bernd Rumpf
Joachim: Elmar Schulte
Kriminalbeamter: Robert Bichler
 

Ödön von Horváths Theaterstück «Glaube Liebe Hoffnung, ein kleiner Totentanz», das 1932 erschien, könnte nicht aktueller sein. Rezession und Arbeitslosigkeit bestimmen die Beziehungen der Menschen zueinander.

Elisabeth, jung, hoffnungsfroh und wild entschlossen, ihr Glück zu machen, kämpft mit allen Mitteln um ihre Existenz. Wegen alter Schulden und eines neuen Vertreterjobs, für den sie einen Gewerbeschein kaufen muss, versucht sie sich Geld zu leihen. Sie braucht Geld, um arbeiten zu können. Und sie braucht Arbeit, um Geld verdienen zu können. So meldet sich Elisabeth beim Anatomischen Institut, um dort ihren Leichnam schon zu Lebzeiten zu verkaufen. Als das nicht funktioniert, zeigt sich der Präparator des Instituts gerührt und leiht ihr das notwendige Geld. Kurz darauf erfährt er, dass Elisabeth das Geld zur Bezahlung ihrer Vorstrafe verwendet, die sie wegen Handelns ohne Gewerbeschein erhalten hat. Er zeigt sie wegen Betruges an und sie wird zu 14 Tagen Haft verurteilt. Als sich später ein junger Polizist in Elisabeth verliebt, verschweigt sie ihm den Gefängnisaufenthalt. Sie soll seine Braut werden, bis eines Tages die Vergangenheit ans Licht kommt und der Polizist sich zwischen ihr und seiner Karriere entscheiden muss. Wieder allein, ohne Arbeit, ohne Geld, ohne einen Menschen, findet Elisabeth keinen Sinn mehr in ihrem Leben. Sie geht ins Wasser, wird zwar gerettet, aber die Wiederbelebungsversuche haben nur kurzen Erfolg. Von ihrem Glauben, von ihrer Liebe und von ihrer Hoffnung verlassen, stirbt sie.


Edmund (ungarisch «Ödön») Josef von Horváth (1901 - 1938), war der Sohn eines österreichisch-ungarischen Diplomaten. Er verbrachte seine Kindheit und Jugend in Rijeka, in Belgrad, Budapest, München, Pressburg und wieder in München. 1920 begann Horváth zu schreiben und sein Ruhm als Dichter satirischer und sozialkritischer Volksstücke erlebt im Jahr 1931 einen ersten Höhepunkt, als er mit dem Kleist-Preis ausgezeichnet wird und sein bisher erfolgreichstes Bühnenstück «Geschichten aus dem Wiener Wald» uraufgeführt wird. Nach Hitlers Machtergreifung 1933 wurden Horváths Werke verboten und seine Bücher verbrannt. Horváth emigrierte nach Österreich und lebte in den folgenden Jahren in Wien und Salzburg. 1938 wurde er in Paris während eines Gewitters auf den Champs-Elyssées von einem herabstürzenden Ast erschlagen.
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