| Glücksbrief, bitte weitergeben! |
| |
Autor: |
Maraike Wittbrodt |
| |
Produktion: |
DLR 2008 |
| |
Regie: |
Beatrix Ackers |
|
Musik: |
Michael
Rodach |
| |
Länge: |
43 Min. |
Mitwirkende: |
Leonie:
Hanna Matejka
Ina: Paula Berning
Opa: Horst Bollmann
Mutter: Patricia Ziolkowska
Vater: Boris Aljinovic
Fritz: Tonio Arango
Inge: Carmen-Maja Antoni
Werner: Klaus Manchen
Reisende: Martin Engler, Margit Bendokat
Krankenschwester: Antje von der Ahe
Erzähler: Matthias Mattschke
|
Inhalt: |
Seit sie vor vier Jahren zur Schule kamen, sind
Leonie und Ina beste Freundinnen. Aber jetzt steht Leonie vor Inas
Tür und traut sich nicht hinein zu gehen. Hinter der
Tür liegt Ina im Krankenbett. Sie hatte gestern einen
Fahrradunfall und Leonie war nicht nur dabei, sie war auch schuld daran.
Aber das hat Ina nicht gesehen und Leonie traut sich nicht ihr das zu
sagen. Da kommt auch noch die Krankenschwester und redet von einer
schweren Operation am Arm und sie solle der Freundin die Daumen
drücken, nur mit viel Glück wird sie wieder ganz
gesund. Da rast Leonie los, ihr Opa hat einen Glücksbrief, nur
der kann jetzt noch helfen.
Maraike
Wittbrodt, geboren 1953 in Berlin, studierte Philosophie und
Soziologie, arbeitet als Kinder- und Jugendtherapeutin. Sie schreibt
Texte für Film und Hörfunk. Hörspiele: "Wolkenkaro",
"Haifischflossensuppe"
und "Drei
Kurven bis zur Schule"
|
Bemerkungen:
|
Wiedermal ein sehr hörenswertes
Hörspiel aus
der Feder Maraike Wittbrodts. In diesem Abenteuer braucht Leonie
dringend den familieneigenen Glücksbrief, den ihr Opa
für
besondere Notfälle, in denen der Einsatz wirklich wichtig ist,
aufbewahrt. Dieser Notfall ist jetzt da: Leonie hat ihre
beste
Freundin heimlich geschubst, diese hat sich am Arm verletzt und muss
nun operiert werden - es ist zu befürchten, dass der Arm sogar
steif bleiben kann.
Doch Opa hat den Brief nicht, er ist verschwunden - Hat Opa ihn
verkramt? Als der ebenfalls verschwundene Kaffeefilter des
Großvaters bei Leonies Mutter auftaucht, findet sich auch
schnell
die Spur... Doch der Brief wurde weitergeben und so muss Leonie sich
auf die Jagd machen, damit ihre Freundin den Brief noch rechtzeitig vor
der Operation erhält.
Es gelingt hier in der knappen Spielzeit von 43 Minuten, nicht nur die
rasante und interessante Jagd nach dem Glücksbrief zu
erzählen, vor allem werden hier die Frage nach
Schuldgefühlen, Reue, Rache usw. gut und für die
Zielgruppe
auch sehr verständlich und nachvollziehbar erörtert.
Dabei
bleibt das Hörspiel stets heiter, auch wenn der ernste Aspekt
auch
nie aus den Augen verloren wird.
Originell fand ich besonders die Interaktionen zwischen Leonie und dem
Erzähler, bzw. dem fikitiven Autor. Diese diskutieren zu
Anfang
jeden Kapitels über den Titel und kitzeln damit schon
ein bisschen die Spannung, was denn hinter den
zunächst
merkwürdigen Namen steckt.
Das Hörspiel ist mit tollen Sprechern
inszeniert. Hanna
Matejka und Paula Berning agieren hier sehr charmant, es macht
einfach Spaß, ihnen zuzuhören. Auch die Erwachsenen
liefern
gute Arbeit ab, besonders erwähnenswert empfand ich hier
Matthias
Matschke als Erzähler, Boris Aljinovic als
Vater und
Horst Bollmann als Opa.
Wer gut erzählte Hörspiele für Kinder mag,
der darf -
nein, sollte! - hier unbedingt einschalten. Eine sehr schöne
Produktion mit hohem Unterhaltungs- und pädagogischen Wert -
und
das alles ohne Holzhammermoral!
Meine
Wertung: + + + +
|
|