Go Wost

Von John von Düffel

„Seit dem Fall der Mauer ist so eine gewisse nationale Bisexualität im Spiel. Am liebsten würde ich mich laufend zum Zonenrandgebiet erklären. Vielleicht ist es das Klügste, die Unterscheidungen anheim zu stellen, die das geballte Wirtschaftswunder ohnehin irgendwann einstampft, wenn es denn kommt. Ich vertage also das Identitätsproblem bis nach dem Wunder? Wohl ist mir dabei nicht. Die direkte Verknüpfung von Selbstfindung und Aufschwung Ost könnte sich zu einer deutschen Tragödie auswachsen.“ John von Düffel hat einen Monolog geschrieben, der auf frappierende Weise, sehr satirisch und doch ernsthaft, deutsch-deutsche vergebliche Annäherung beschreibt.

Mit Sylvester Groth
Regie: Götz Naleppa
Produktion: ORB/DLRBerlin 1992

52 Min.

John von Düffel, geboren 1966 in Göttingen, arbeitete als Theater- und Filmkritiker, seit 1991 als Schauspieldramaturg am Theater und schreibt Hörspiele und Theaterstücke. „Go wost“ wurde 1993 als „Hörspiel des Monats“ und im gleichen Jahr mit einer „spezial commendation“ beim Prix Futura ausgezeichnet. 1996 wurde John von Düffel von der Fachzeitschrift „Theater heute“ als bester Nachwuchsautor nominiert. Für seinen Roman „Vom Wasser“ erhielt er den Ernst-Willner-Preis im Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 1998 und den Aspekte-Literaturpreis des ZDF.

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