Haarmann

Hörspiel von Marius von Mayenburg

Regie: Wulf Twiehaus
Studio elektro-automatisch/ DLF 1999
54 Min.


Mit Bernd Stempel, Roland Kukulies, Udo Kroschwald, Martin Engler, Thomas Gerber, Urs Fabian Winiger und Linda Olsansky


Am 24. Dezember 1924 wird vor dem Schwurgericht Hannover der Prozeß gegen Fritz Haarmann eröffnet. Ihm wird vorgeworfen, mehr als zwanzig Jungen im Alter von 10 bis 22 Jahren ermordet zu haben. Mitangeklagt wegen Anstiftung zum Mord ist sein Lebensgefährte Hans Grans, der die Kleider der Opfer verkauft und getragen hat. Während das Gericht in das Privatleben eines Serienmörders eintaucht, entwickelt sich zwischen den beiden Angeklagten ein zähes Ringen um Liebe und Schuld.


Bemerkungen:

Der Fall "Haarmann" ist aufgrund seiner extremen Grausamkeit bis heute für mediale Umsetzungen interessant. Ob man das auf ein "Verstehen-wollen" oder eher auf die pure Lust am Gaffen zurückführen kann ist fraglich. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich eher in der Mitte.
Auch diese Hörfassung legt zu Anfang einiges Gewicht auf die grauenhaften Aspekte der Tat. Erst später ändert sich der Fokus, in dem man mehr und mehr den Anteil von Haarmanns Freund Hans an den Greuel hinterfragt. Dieser Aspekt rückt die Geschichte in eine neues, unbekanntes Licht - und das ist auch der Grund warum ich diese Produktion denn auch letztlich empfehlen kann.

Diese Empfehlung ist auch durch die gelungene Umsetzung begründet. Insbesondere Bernd Stempel hat mich in der facettenreichen Rolle des Fritz Haarmann positiv überrascht.

Meine Wertung: + + +

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