Halskette und Kalebasse
  Autor: Robert van Gulik
  Produktion: hr/SWR 2008
  Regie: Götz Fritsch
  Bearbeitung: Heiko Daniels
  Länge: 109 Min.
 

Mitwirkende:

Erzähler: Ernst Jacobi
Richter Di: Hans-Michael Rehberg
Meister Kalebasse: Peter Fitz
Wei Zheng: Rudolf Wessely
Hauptmann Xiu: Wolfram Koch
Lang Liu: Traugott Buhre
Farn: Iryna Potapenko
Obereunuch: Fritz Lichtenhahn
Hortensie: Renate Schroeter
Tochter der Hortensie: Jaschka Lämmert
Prinzessin: Sascha Icks
Wen Dong, Palastaufseher: Udo Schenk
sowie: Marian Funk, Heinrich Giskes, Daniel Gloger, Stefko Hanushevsky, Uwe Koschel, Rao Fu, Matthias Scheuring, Lin Ye.

Inhalt:

Wegen ihrer Nähe zum Wasserpalast, der Sommerresidenz der Lieblingstochter des Kaisers, liegt die Stadt am Fluß mitten in einem unter militärischer Verwaltung stehenden Sonderbezirk. Richter Di, der sich auf der Rückreise zu seinem Amtssitz in Pu-yang befindet, hofft, in der friedlichen Stadt am Fluß ein wenig Entspannung beim Angeln zu finden. Das aber ist ihm nicht vergönnt. Zuerst begegnet er in einem dunklen Wald einer merkwürdigen Gestalt, in der er sein eigenes Spiegelbild zu erkennen glaubt. Der Doppelgänger entpuppt sich als taoistischer Einsiedler mit Namen Meister Kalebasse. Beide werden sie Zeuge eines grausigen Leichenfunds. Dann wird Richter Di entführt - und findet sich im kaiserlichen Palast wieder, wo ihn die Prinzessin mit einem sehr heiklen Auftrag betraut: Er soll eine verschwundene Halskette, ein Geschenk ihres Vaters, finden. Gerade mal zwei Tage bleiben Di, um das wertvolle Schmuckstück aufzuspüren; unversehens steht er vor einem der kompliziertesten und verwirrendsten Fälle seiner Laufbahn. Und keiner seiner beiden Assistenten steht ihm bei diesem vertrackten Fall zur Seite. Dafür erweist sich eine attraktive junge Dame als sehr hilfreich bei den Ermittlungen - und beim Angeln.

Bemerkungen:

Ein netter, aber sehr ruhiger Krimi, den sich Robert van Gulik da erdacht, und der hr zusammen mit dem SWR produziert hat. Die Geschichte um die Jagd - oder besser Ermittlung - nach der kaiserliche Halskette kommt mit viel dem Handlungsort entsprechenden Flair daher. Angenehm klischeelos stellt man das historische China hier dar.

Der Krimi an sich sorgt für gute Unterhaltung. Leider läuft die etwas zu besinnliche und träge Darstellung dem etwas zuwider und so muss man schon einiges an Hörmotivation mitbringen, um die recht lange Spielzeit durchzustehen. Hier hätte eine etwas gefälligere und temporeichere Darstellung - auch wenn sie der Atmosphäre vielleicht etwas geschadet hätte - für deutlich mehr Hörspaße sorgen können.

Bei den Sprechern tummeln sich viele bekannte Namen, aber auch einige recht selten zu hörende Stimmen. Ein netter Mix, die Leistungen sind für sich betrachtet ordentlich. Aber auch hier gilt: Die eine oder andere Rolle hätte etwas weniger behäbig angelegt werden dürfen.

"Halskette und Kalebasse" ist ein guter Krimi, der aber nicht ganz den Spagat zwischen der gewollten Darstellung und dem für das Hörinteresse notwendigem Tempo schafft. Wer es eher ruhiger mag, der sollte hier mal ein Ohr riskieren, wer es nicht ganz so gediegen liebt, der ist bei anderen Produktionen sicherlich besser aufgehoben.
Meine Wertung: +
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