Hass! Mehr Hass!
Die Geschichte von Eric und Dylan
|
| |
Autor: |
Joachim Gaertner |
| |
Produktion: |
WDR 2009 |
|
Regie: |
Thomas Wolfertz |
| |
Länge: |
49 Min. |
Mitwirkende: |
Dylan: Marek Harloff
Eric: Florian Lukas
sowie Esther Hausmann, Anne Moll, Markus Scheumann, Bernhard Schütz, Michael Wittenborn und Tom Zahner
|
Inhalt: |
Sie erreichten, was sie wollten. Sie wurden
weltberühmt, ihr Massenmord in der Columbine High School zur Blaupause ungezählter Nachahmungstaten. Die
beiden Täter Eric Harris und Dylan Klebold planten ihre Tat
minutiös und steigerten sich immer weiter in ihren Wahn
– davon zeugen über 900 Seiten persönlicher
Dokumente. Tagebücher, Kalendereinträge,
Schulaufsätze, Hassvideos, Einkaufslisten von Waffen und
Bombenbestandteilen ergeben ein beklemmendes Psychogramm zweier kranker Seelen. Aus diesem
Material, aus den Notruf-Tonbändern, aus Gesprächen
mit Ermittlern und mit Freunden der Täter rekonstruiert das
Hörspiel den 20. April 1999 in der Columbine High School und
seine Vorgeschichte.
Im Rückblick scheint alles geradewegs auf die Katastrophe
zuzulaufen. Und doch stellen die Einzelteile dieses Puzzles die
vermeintliche Zwangsläufigkeit in Frage.
Es gibt keine Antwort auf das „Warum“. Nur eine
Kette verpasster Auswege, an deren Endpunkt eine Tat steht, die alles
andere auslöscht.
Joachim Gaertner lebt als Fernseh- und Hörfunkautor in
München. Er hat bereits einen Film über das
Schulmassaker an der Columbine High School gedreht. Für den wdr machte er
(mit Michael Farin) zuletzt das Hörspiel „Buy one
get one free“ über den ehemaligen Gangleader Stanley
Tookie Williams.
|
Bemerkungen:
|
Auch wenn dieses Hörspiel mehr eine bloße
Reihe einzelner Elemente ist und insofern dem klassischen
Verständnis des Genres nicht ganz entspricht, hat das Thema allein
schon genügend Brisanz, um das Hörinteresse hochzuhalten.
Der Extrakt zweier Leben bezogen auf eine unbändige Wut, die sich
täglich steigerte, sich nur mäßig Luft verschaffen
konnte und schließlich explodierte, erklärt zwar ebenfalls
nicht die Motive, sondern erklärt ein wenig den Weg, wie es soweit
kommen konnte.
Eine Wertung findet nur im Hinblick auf die Auswahl des verwandten
Materials statt. Im Hörspiel selbst werden diese nicht vorgenommen.
HASS! MEHR HASS! ist ein Hörspiel, das fesselt und bewegt, aber
letztlich auch keine Fragen beantworten kann. Bestenfalls kann es
Symptome aufzeigen, in Ansätzen Nachvollziehbarkeit herstellen -
das ist schon mehr, als man in vielen theoretischen Diskussionen nach
solchen Ereignissen erreicht.
|
|