Heißer Herbst

nach dem Roman von Philippe Djian
Aus dem Französischen von Ulrich Hartmann
Hörspielbearbeitung: Andrea Czesienski

Musik: Ingo Wagner
Regie: Karlheinz Liefers
Bild: rbb/Hanna Lippmann
Bild: rbb/Hanna Lippmann

rbb 2003
49 Min.


Luc: Sylvester Groth
Josianne: Angelika Waller
Eileen: Ulrike Krumbiegel
Jackie: Catherin Stoyan


Vielleicht verheißt es nichts Gutes, wenn der Herbst so sommerlich ist, daß nicht mal die Blumen verblühen wollen. Dabei fühlt sich Luc Paradies wohl und eigentlich hat er ja auch seine Midlife-crisis einigermaßen überstanden. Hat einigermaßen verschmerzt, daß er als Schriftsteller nicht mehr erfolgreich ist und seine Brötchen nun in einem Reisebüro verdient. Und nachdem er drei Jahre wie Hund gelitten hat, weil ihn seine Frau Eileen verließ, hat er auch sein Liebesleben dank seiner Nachbarin Jackie einigermaßen im Griff. Aber als eines Tages seine immer noch attraktive Schwiegermutter vor seiner Tür steht, erwartet ihn ein „Heißer Herbst“ voller Irritationen.

Philippe Djian, 1949 in Paris geboren, besuchte eine Journalistenschule, arbeitete in zahlreichen Gelegenheitsjobs, bevor er mit dem Schreiben begann. Er lebte in New York, Florenz, Bordeaux, Biarritz, Lausanne und Paris. Sein Roman „Betty Blue“ wurde zum Kultbuch der 8oger Jahre.„Heißer Herbst“ ist nach „Mörder“ und „Kriminelle“ der letzte Teil seiner Sainte-Bob-Trilogie. Die drei eigenständigen Romane spielen in einer fiktiven Kleinstadt am Fluß Sainte-Bob, teilweise mit den gleichen Personen, allesamt Mittvierziger.

Andrea Czesienski, 1956 in Berlin geboren, studierte Germanistik, arbeitete als Dramaturginbeim Rundfunk der DDR und als freiberufliche Autorin, seit 1992 ist sie Lektorin beim Theaterverlag Henschel SCHAUSPIEL. Neben Theaterstücken für Kinder hat sie zahlreiche Hörspiele für Erwachsene und Kinder geschrieben.


Bemerkungen:

Philippe Dijan erzählt wieder eine Geschichte aus Saint Bob - diesmal ist es eine merkwürdige Dreiecksgeschichte, in der Luc zwischen die Fronten zwischen seiner Ex-Frau und deren Mutter gerät. Die Geschichte bringt viel französisches Flair, was zu einem Gutteil auch der erotischen Komponente dieses Stückes geschuldet ist. Andrea Czesienski setzt die Geschichte in ein sehr gut fließendes Skript um. Die knapp fünzig Minuten vergehen mit dieser leichten und originellen Beziehungsgeschichte wie im Flug.

Das ist auch dem glänzend agierenden Silvester Groth und der nicht minder guten Angelika Weller zu verdanken. Die beiden tragen den Großteil des Textes und geben ihren beiden Figuren viel Authentizität.

Zusammen mit einer sehr stimmigen Atmosphäre, die insbesondere durch die passend gesetzte Musik von Ingo Wagner getragen wird, entsteht so eine sehr ansprechende Produktion.


Originell und unterhaltsam - eine einfache, aber gute Geschichte in einer sehr gelungen Umsetzung - Da darf man gerne einschalten!


Meine Wertung: + + +

 
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