| Heroische Kommödie Ferdinand Bruckner Bearb.u.Regie: P. A. Stiller Ton: Heinz Plunien SR 1953 55 Min. Mit: Else Scharoff, Fritz Haneke, Wolfgang Engels, Theo Schulte, Knut Roennecke, Kurt Ehrle, O. K. Müller Germaine Necker, Baronin de Staël-Holstein, bekannt als Madame de Staël (1766-1817), französische Schriftstellerin und Publizistin, galt schon zu Lebzeiten als streitbar und emanzipiert. Ihr Urteil über die Deutschen als „Land der Dichter und Denker“ ist zum geflügelten Wort geworden. 1789 war ihr Salon Treffpunkt der gemäßigten Revolutionäre. Mit der zunehmenden Radikalisierung der Revolution gerieten die Gemäßigten jedoch ins Abseits. Madame de Staël reiste viel, auch zwangsweise, denn ihre publizistische Kampagne gegen Napoleon Bonaparte führte sie mehrfach ins Exil. Aus allen Hauptstädten Europas wurde sie von den Vasallen Napoleons vertrieben. Sie ließ sich aber nicht beirren, ihre Pamphlete gegen ihn zu schreiben. P.A. Stiller hat aus Bruckners Theaterstück ein heitermelancholisches Kammerhörspiel gemacht. Die Darsteller spielen mit Charme und strahlen eine Leichtigkeit aus, so dass auch nach 55 Jahren von verstaubter Patina überhaupt keine Rede sein kann. Ferdinand Bruckner (eigentlich Theodor Tagger), geboren 1891 in Wien, gestorben 1958 in Berlin. Der Dramatiker und Lyriker gründete und leitete bis 1927 das Renaissancetheater in Berlin, kehrte 1933 nach Österreich zurück und emigrierte 1936 in die USA; ab 1951 Rückkehr nach Berlin. Bruckner begann als radikaler Expressionist, wandte sich aber später dem realistischen psychologischen Drama zu und wurde zum Vertreter der Neuen Sachlichkeit. Sein Theaterstück über Madame de Staël wurde zweimal für das Radio adaptiert: 1951 vom NWDR und 1953 vom SR. |
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