Hier auch Lieb und Leben ist...

Von Marianne Huwyler und Rolf Gollob

Regie: Buschi Luginbühl
DRS 1997
51 Min.


Mit Franziska Kohlund, Jürgen Cziesla und Heiner Hitz


«Es ist wunderbar, wie alte Verfassungen, die bloss auf Sein und Erhalten gegründet sind, sich in Zeiten ausnehmen, wo alles zum Werden und Verändern strebt.» Diese Zeilen schrieb der «Politiker» Goethe 1797 in Zürich an Friedrich Schiller.

Im Oktober des gleichen Jahres der «Stückeschreiber», diesmal aus Stäfa: «() Was werden Sie nun aber sagen, wenn ich Ihnen vertraue, dass zwischen allen diesen prosaischen Stoffen, sich auch ein poetischer hervorgetan hat, der mir viel Zutrauen einflösst. Ich bin fast überzeugt, dass die Fabel vom Tell sich werde episch behandeln lassen, und es würde dabei, wenn es mir, wie ich vorhabe, gelingt, der sonderbare Fall eintreten, dass das Märchen durch die Poesie erst zu seiner vollkommenen Wahrheit gelangte, anstatt dass man sonst um etwas zu leisten die Geschichte zur Fabel machen muss.»

Wir wissen, dass Goethe später diese Fabel seinem Freund Schiller überlassen hat, der nie in der Schweiz auf Reisen war.

Aber wie sah denn die Schweiz damals, vor über 200 Jahren aus? Ein Jahr vor dem Einmarsch der Franzosen, und damit vor der Einbindung in ein grösseres europäisches Ganzes? Auf seiner dritten Schweizerreise, die ihn von Schaffhausen über Zürich und Stäfa zum Gotthard führte, beobachtete Goethe also eine Schweiz, die mitten in einem Veränderungsprozess stand.

 
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