Hitlers Kanarienvogel

nach einem Buch von Sandi Toksvig

Hörspielbearbeitung: Margrit Kreß
Regie: Margit Kreß
Musik: Henrik Albrecht
NDR 2009
53 Min.

 


Mit: Hans-Peter Hallwachs, Florentine Burkhardt, Lukas Sperber, Judith Rosmair, Andreas Pietschmann, Helmut Krauss, Samuel Weiss, Achim Buch, Benedikt Bürk, Klaus Falkhausen, Smilla Gerst, Janina Kutschan, Christoph Tomanek, Anne Weber, Martin Wißner


Bild: SWR/NDR/Uwe Ernst
Lukas Sperber, Judith Rosmair, Andreas Pietschmann und Janina Kutschan

Bild: SWR/NDR/Uwe Ernst
Samuel Weiss

Bilder: SWR/NDR/Uwe Ernst

Im April 1940 marschieren deutsche Soldaten im Nachbarland Dänemark ein. In der Familie des 12-jährigen Bamse verändert sich viel. Orlando, Bamses älterer Bruder geht plötzlich geheimen Aktivitäten nach. Auch merkt Bamse, dass sein bester Freund Anton, der immer der Frechere und Mutigere war, plötzlich Angst hat.

Als Orlando verhaftet wird, beschließen Bamse und Anton, selbst etwas gegen die Nazis zu unternehmen. Doch Anton ist Jude. Schon bald geht es für ihn und seine Familie nur noch ums Überleben. Bamses Eltern fassen einen Entschluss, mit dem sie ihr eigenes Leben riskieren: Sie verstecken Anton und seine Eltern in der Wohnung. Sie fürchten die "Stikkers", Dänen, die mit den Deutschen zusammenarbeiten.

Tatsächlich kommt es zu einer Hausdurchsuchung. Was für ein Glück, dass Bamses Mutter Schauspielerin und sein Vater Bühnenmaler ist. Bamse selbst beteiligt sich an der bühnenreifen "Show", mit der die deutschen Soldaten hereingelegt werden.

"Eine fast wahre Geschichte", sagt Sandi Toksvig zu ihrem Buch. Es ist ein Zeitdokument mit autobiographischen Anteilen aus der Familie der Autorin. Sie macht deutschen Kindern begreiflich, wie unsere Nachbarn im Norden die Schrecken der Naziherrschaft zu spüren bekamen. Das Buch "Hitlers Kanarienvogel" ist im Boje Verlag erschienen.

Das Hörspiel wurde bei der Auszeichnung zum Deutschen Kinderhörspielpreis unter die besten fünf Produktionen des Jahres gewählt.


Bemerkungen:

Eine spannende und bewegende Geschichte erzählt Sandi Toksvig hier. Sie beschreibt eine besondere Sicht auf die Zeit des Nationalsozialismus, so wie sie sich im besetzten Dänemark darstellte. Die Motive sind zwar bekannt, die Schilderung ist jedoch nicht nur aufgrund ihres wahren Hintergrundes mehr als hörenswert. Die gute Erzählstruktur, die aus Sicht des Großvaters, der seiner Enkelin berichtet, den Rückblick vornimmt, sorgt dafür, dass man schnell in die Geschichte hineinfindet und notwendige Erklärungen gleich vorgenommen werden können. So bleibt diese Geschichte auch für jüngere Hörer verständlich.

Die Produktion wartet mit einem tollen Ensemble auf. Allen voran überzeugt hier Hans-Peter Hallwachs, der diesen gelungenen Erzählerpart wunderbar vorträgt.
Musikalisch darf man sich wieder an wunderbar stimmigen Kompositionen von Henrik Albrecht erfreuen, der hier dem Hörspiel ein ganz eigenes Gesicht verleihen kann. Insgesamt eine sehr gelungene Bearbeitung und Inszenierung von Margrit Kreß, die für junge, aber auch ältere Ohren,  viel Hörenswertes bietet.
 
 
Meine Wertung: + + + +
 
 
 
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