Horatier
  Autor: Heiner Müller
  Produktion: SDR 1973
  Regie: Otto Düben
Musik: Peter Zwetkoff
  Länge: 22 Min.

Mitwirkende:

Sprecher: Hans Lietzau
Horatier: Ulrich Pleitgen
Seine Schwester: Gisela Stein
Vater der beiden: Heinz Rabe
Volk/Römer: Rolf Schult 

Inhalt:

Rom und Alba Longa tragen einen Streit untereinander aus, in dem stellvertretend für jedes Heer ein Mann kämpft, um so die Kampfkraft beider Heere vor der drohenden Auseinandersetzung mit den Etruskern nicht zu schwächen. Im Zweikampf stehen sich ein Kuratier für Alba und ein Horatier für Rom gegenüber. Der Horatier erschlägt den Kuratier, den Verlobten seiner Schwester. Da diese sich über den Sieg Roms nicht freut, sondern um den Verlust des Verlobten weint, erschlägt er auch sie. Die Römer ehren den Horatier zwar als Sieger, als Mörder aber richten sie ihn hin.

«Horatier» entstand als Gegenentwurf zu «Die Horatier und die Kuratier» von Bertolt Brecht, nicht als Widerlegung, sondern als dialektische Ergänzung. Am Beispiel des Horatiers, dem eines Siegers und eines Mörders, werden Verdienst und Schuld in persönlichen und geschichtlichen Dimensionen erkennbar.

Die Klangmontagen von Peter Zwetkoff zum Lehrstück-Poem "Der Horatier" waren 1973 der Auftakt für eine musikdramaturgische Auseinandersetzung mit Müllers Texten, die erst ein Jahrzehnt später als Schlüssel zu ihrer radiophonischen Erschließung erkannt worden ist.  





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