Kommissär Hunkeler ermittelt - Das Paar im Kahn
  Autor: Hansjörg Schneider
  Produktion: DRS/SFB 2001
  Bearbeitung und Regie: Manfred Mixner
  Länge: 322 Min.


Mitwirkende:

Franziskus Abgottspon, Ueli Jäggi, Irina Schönen, Kathrin Brenk, Peter Kner, Ernst Sigrist, René Ander-Huber, Heiner Hitz, Murat Sarac, Paul-Felix Binz, Michael Neuenschwander, Sara Capretti, u.a.

Inhalt:

Eine junge Türkin aus Basel ist ermordet worden. Man hat ihr das Gesicht zerschlagen. Um den Hals trug sie ein exotisches Amulett: ein Paar im Kahn darstellend. Kommissär Hunkeler glaubt nicht, dass der eifersüchtige Ehemann der Täter war, obwohl dieser gleich nach der Tat von der Polizei verhaftet wurde und sich in seiner Zelle erhängt hat. Gegen den Willen der Staatsanwaltschaft ermittelt Hunkeler mit der ihm eigenen Eindringlichkeit und Ausdauer weiter.


Hunkeler konnte mir schon die eine oder andere unterhaltsame Krimistunde bringen. Diesmal war ich sowohl von der Geschichte, als auch von der Umsetzung enttäuscht. Der Krimi bietet viel zu wenig "Fleisch", um die Spielzeit auch nur ansatzweise angemessen zu füllen.

Man langweilt den Hörer mit vielen Szenen, die den Fall nicht wirklich voran bringen und sich inhaltlich auch gerne wiederholen. Das ständige und nahezu immergleiche Gezänk von Hunkeler mit seinen Kollegen oder Vorgesetzten, wechselt mit zu wenig führenden Gesprächen mit Verdächtigen, die allesamt unverdächtig sind. Passend ist dann auch, dass die Lösung des Falles kaum mit der langen Ermittlungsarbeit zu tun hat.

Auch die Umsetzung hat leider ihre Macken. Zum einen ist das völlige Fehlen einer Geräuschkulisse zu verzeichnen. Selbst Telefonate werden genauso dargestellt, wie Gespräche, die im gleichen Raum stattfinden. Das erinnert zusammen mit dem stets präsenten Erzähler zu sehr an eine inszenierte Lesung, wobei hier das Wort "inszeniert" nicht viel Bedeutung hat. Denn hier liefert man - insbesondere für eine Radioproduktion - eine ungewöhnlich bescheidene Qualität ab. Auffällig ist dies insbesondere beim Erzählereinsatz von Franziskus Abgottspon. Dieser liefert zwar eine solide Leistung ab, allerdings hat man in der Regie sehr lieblos einzelne Passagen zusammengestückelt ohne darauf zu achten, dass man in der Endfassung Schnitte möglichst nicht hören sollte. Hier sind teilweise im fließenden Text extremste Betonungsschwankungen zu hören. Dazu kommt noch, dass diese Ansätze zum Teil auch noch so klingen, als hätte man sie an unterschiedlichen Orten mit unterschiedlichen Mitteln aufgenommen.

Das einzige, was sowohl inhaltlich, als auch in der Darstellung überzeugt, ist die Figur Peter Hunkeler. Die lange Spielzeit bietet hier auch viel Raum, die Figur in ihren Facetten gut darzustellen. Ueli Jäggi schafft es - wie immer - ihr durch seine perfekt passende Stimme, das nötige Gesicht zu verleihen.

Ich befürchte, dass diesmal selbst Hunkeler-Fans über dieses Hörspiel enttäuscht sein werden. Der Fall bietet für den Krimifan sehr wenig. Hinzu kommt eine Umsetzung, die man eigentlich nur als "lieblos" bezeichnen kann.  Da kann auch ein exzellenter Ueli Jäggi nicht viel retten...

 

Meine Wertung: - -

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