Hansjörg Schneider
Hunkeler und die goldene Hand

Hörspiel-Bearbeitung: Helmut Peschina
Musik: Domenico Ferrari
Dramaturgie und Regie: Reto Ott
DRS 2009
201 Min.




Peter Hunkeler, Kriminalkommissär: Ueli Jäggi
Hedwig, Hunkeler's Freundin: Charlotte Schwab
Mauch, Hauptmann der Kripo Aargau: Urs Bihler
Lüdi, Polizeikorporal: Raphael Clamer
Staatsanwalt Suter: Heiner Hitz
Madörin, Detektivwachtmeister: Ernst Sigrist
Leimgruber, Regionalpolizist: Hansrudolf Twerenbold
Gottlieb Moser, Kustos im Fricktaler Museum: Franziskus Abgottspon
Bertha Kunz, Hunkelers Tischnachbarin im Marina: Monica Gubser
Lisa Wullschleger, Stadtführerin: Miriam Japp
Frau Higghins, Galeristin: Birgit Steinegger
Hauser, Sensationsreporter: Martin Hug
Irina Hausova, slowakische Kellnerin im Marina: Ewelina Guzik
Frau Rentschler, Witwe aus dem Hotzenwald: Verena Buss
Frau Wissler, ihre Schwester: Lisbeth Felder
Ludwig Reimann, Indianerfreund im Elsass: Andreas Matti
Christoph Bolliger, emeritierter Mediävist: Albert Freuler
Taxi-Dreier, Autovermieter in Aftersteg: Martin Schley
Dr. Valentin Burckhardt, Anwalt und Präsident des
Basler Kunstvereins: Helmut Förnbacher
Elsässische Bäuerin, Hunkelers Nachbarin: Huguette Dreikaus
Barbara Richner, Mauchs Assistentin /
Junge Frau im Museum Mulhouse: Laura de Weck
Hartmeier, Oberstleutnant der Kapo Aargau: Peter Fischli
Dr. Neuenschwander, Hoteldirektor des Marina: Andreas Müller-Crépon
Wilhelm Reichlin, Freund von Lisa Wullschleger: Samuel Zumbühl
Gerber, Regionalpolizist / Big Foot, Riese: Hans Jürg Müller
Paul Wirz, Polizist im Elsass: Roland Kieffer
Angela Bruggisser, Indianerfreundin auf der Farnsburg: Carina Braunschmidt
Walter Leutwiller, Bauer auf der Farnsburg: Alexander Muheim
Ali Grieshaber, Biker / Rebsamen, Verdächtiger: Thomas Müller
Frau auf der Rheinfelder Brücke: Barbara Grimm
Wirt in Nordschwaben: Klaus Spürkel
Jeannot, elsässischer Bauer: Guschti Vonville
Yvonne, Wirtin in Helfrantzkirch: Cathy Bernecker
Luc Borer, Museumsdirektor in Mulhouse: Guy Riss
Shiatsu-Therapeutin: Franziska von Fischer
Kellner in der «Salmegg»: Enzo Scanzi


Peter Hunkeler, der knorrige Basler Kommissär, wird gegen seinen Willen in einen Mordfall verwickelt, der es in sich hat. Hansjörg Schneiders neuester und mittlerweile siebter Hunkeler-Roman – im letzten Jahr zu seinem 70. Geburtstag im Ammann-Verlag erschienen und auf Anhieb ein Bestseller – spielt wieder im Dreiländereck. Diesmal bekommt es Hunkeler mit Kurgästen, Kunstdiebstahl, schwulen Intrigen, Schwarzwald-Indianern und Mittelalter-Freaks zu tun.

Hunkeler dümpelt im Solebad des Hotels Marina in Rheinfelden. Er ist krankgeschrieben, soll seinen kaputten Rücken kurieren. Da treibt vor seinen Augen eine Leiche im Wasser. Der beschauliche Ort wird zum Tatort eines Mordfalls. Beim Opfer handelt es sich um einen prominenten Basler Kunsthändler. Die zuständige Aargauer Kantonspolizei fackelt nicht lange und nimmt seinen Begleiter, einen jungen Mann mit Stricher-Vergangenheit fest. Das führt zum Konflikt mit Hunkelers Basler Kollegen. Die Ermittlungen laufen bald aus dem Ruder. Hunkeler kümmert das wenig. Er ist nicht im Dienst, macht sich aber trotzdem auf den Weg. Dabei lässt er sich wie immer viel Zeit und folgt seiner Intuition. Doch dann wird auch er in den Strudel der eskalierenden Ereignisse gerissen: was hat der Mord im Heilbad mit der mysteriösen «Goldenen Hand» des Herzogs Rudolf von Rheinfelden zu tun?.


Bemerkungen:

Hunkeler ist auch in der Kur keine Ruhe gegönnt. Er kann die Ruhe nicht wirklich genießen, wie auch, wenn ihm im Ruhebecken des Hotels eine Leiche entgegentreibt. Das ungewöhnliche Zusammentreffen bildet den Auftakt zu einem erneut hörenswerten Fall aus der Feder Hansjörg Schneiders.

Dieser mixt hier ein paar Elemente zusammen, die auf den ersten Blick nicht passen wollen, Hobby-Indianer, Kunsthändler und -raub, Mittelalterliche Geschichte, Homophobie und mittendrin der bodenständige Kommissär, der mit seinen ganz eigenen Methoden diesen verzwickten Fall natürlich lösen kann.

Dabei ist es weniger der Fall an sich, als der gelungene Rahmen, der diesen Krimi besonders macht. Die liebenswert kauzige Figur des Hunkeler - wieder exzellent gespielt von der schweizer Allzweckkrimiprotagonistenwaffe Ueli Jäggi - aber auch insbesondere das besondere Flair des Dreiländerecks sorgen für eine tolle Kulisse in diesem Fall, der, trotz der - wie üblich - langen Spielzeit, keine Langeweile aufkommen lässt.

Auch hier greift man auf ein Ensemble aus bewährten Sprechern zurück, die allesamt in der Lage sind, ihre Figuren gut und glaubhaft zu verkörpern, und vor allem mit der jeweiligen Dialektfärbung der Produktion eine zusätzliche Bodenständigkeit zu verleihen. Natürlich leidet deshalb auch hier und da mal die Verständlichkeit, es geht aber nie soweit, dass man der Handlung nicht mehr folgen könnte. Insofern ist dieses Opfer zu Gunsten des gelungenen Atmosphäre duchaus hinnehmbar.


Wieder einmal ein schöner langer Fall für Kommissar Hunkeler, der mit viel Flair für gute Krimiunterhaltung sorgt.


Meine Wertung: + + + +
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