I heisse Bärger

von Gerhard Aberle


Dialektfassung: E. Y. Meyer
Regie: Matthias von Spallart
DRS 1977
86 Min.


Bärger: Franz Matter
Marianne: Silvia Jost
Frau Fankhauser: Ellen Widmann
Schärer: Dieter Stoll
Müller: Paul Felix Binz
 und Susi Aeberhard, Birgit Steinegger, Ivo Cassini, Annemarie von Wattenwyl, Renato Cibolini, Hans Gaugler, Heinz Haussener, Erwin Kohlund, Hans Heinz Moser und Schüler aus Belp


Berger wacht auf, ein ganz gewöhnlicher Arbeitstag beginnt. Er ist Primarlehrer in einem Dorf des unteren Emmentals. Er hat eine nette Familie und ein hübsches Eigenheim und ist geachtet bei den Leuten. Aber noch im Bett überfällt ihn die Erinnerung an die vergangene Nacht: Es hat einen Unfall gegeben. Berger hat mit seinem Auto ein Mädchen, eine seiner Schülerinnen, gestreift. Das Mädchen ist gestürzt und war sofort tot. Von Panik ergriffen hat er Fahrerflucht begangen. Und jetzt ist alles anders. In seinem Kopf nagt das schlechte Gewissen und flirren Gedanken der Verzweiflung. In der Originalfassung heisst Gerhard Aberles Hörspiel «Ich heisse Podrazek» und wurde 1976 vom Bayerischen Rundfunk mit Herbert Fleischmann und Cordula Trantow in den Hauptrollen produziert. Aberle hat den Text in Form eines Rechenschaftsberichtes über die Zeit nach dem Unfall geschrieben, über die verpassten Gelegenheiten, ein Geständnis abzulegen, über die grosse Mutlosigkeit, die nicht erst in dieser entsetzlichen Situation zum Vorschein kommt, sondern zuvor schon das ganze Leben geprägt hat. Und er hat diesen Rechenschaftsbericht in Kontrast zu der ziemlich heilen Aussenwelt gesetzt, die den Verursacher eines Unfalls mit tödlichem Ausgang ahnungslos an ihrem Alltag teilnehmen lässt.

Gerhard Aberle, geboren 1929 in Brünn, wurde wie alle dort ansässigen Deutschstämmigen nach Kriegsende vertrieben und kam mit 16 Jahren nach München, wo er die Schule beendete und Theaterwissenschaften studierte. Danach arbeitete er als Journalist, Kinderbuch- und Rundfunkautor. So schrieb er für den Bayerischen Rundfunk 1978 eine Sendereihe unter dem Titel «Der Mensch auf dem Prüfstand. Nutzen und Grenzen von Intelligenz- und Persönlichkeitstests». 1973 veröffentlichte er seinen einzigen Roman mit dem Titel «Die Memorabilien des Herrn Herbert Wenzel Franz Hieronymus von Radeschin». Aberle starb 1993 in München.
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