| Ihr kriegt mich nicht! Hörspiel in 2 Teilen nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Mikael Engström Aus dem Schwedischen von Birgitta Kicherer Hörspielbearbeitung: Cordula Dickmeiß Komposition: Kalle Kalina Regie: Tobias Krebs SWR 2010 Teil 1: Die Schlange und das Eisland, 56 Min. Teil 2: Das Zombiebuch, die Plagegeister und das Floß, 56 Min. ![]() erscheint am 25.09.2010 Erzähler: Jona Mues Mik: Wyn Laurids Engeholm Tony: Stefan Roschy Vater: Sebastian Mirow Tante Lena: Sascha Icks Ploppy: Niclas Tutsch Andreas: Christian Ronge Papageienfrau: Krista Posch Goldzahn: Hubertus Gertzen Rikard: Christoph Zapatka sowie Gabriele Badura, Christine Davis, Hans Diehl, Hubertus Gertzen, David-Noel Grünewald, Nadine Kettler, Benjamin Meyer, Ole Meyer, Leonie Reichert, Stefan Roschy, Leonie Schindler, Barbara Wursteru.v.a. ![]() Hans Diehl, Wyn Laurids Engeholm, Sascha Icks und dahinter Regisseur Tobias Krebs ![]() Wyn Laurids Engeholm, David-Noel Grünewald, Leonie Reichert und Benjamin Meyer Bild: SWR/Peter A. Schmidt Mik hat es nicht leicht. Er ist zwölf Jahre alt, lebt in einer Vorstadt von Stockholm, seine Mutter ist gestorben und sein arbeitsloser Vater entweder betrunken oder verkatert. Auch mit seinem großen Bruder Tony gehen merkwürdige Veränderungen vor. Trotzdem, auf Tony lässt Mik nichts kommen. Denn Tony ist genau so, wie ein großer Bruder sein soll. Er kümmert sich um alles, versorgt Mik mit neuen Zombiefilmen, versucht aus seinem kleinen Bruder einen großen Boxer zu machen und hat ein geheimes Lächeln nur für Mik, das ihn alles vergessen lässt, wenn die ganze Welt mal wieder beschissen ist. Dass das Leben so verdammt hart sein kann, verrät Mik niemandem, nicht einmal seinem besten Freund Ploppy. Für eine Weile kann Mik zumindest nach außen hin eine halbwegs heile Welt aufrechterhalten. Aber auf Dauer kann er seine katastrophale familiäre Situation nicht verheimlichen. Als Vater ins Krankenhaus muss, kommt Mik zu seiner Tante Lena, die im hohen Norden lebt. Tante Lena riecht gut, lacht viel, verheizt Hunde und Bücher in ihrem Ofen, und seine neuen Klassenkameraden Pi, Filip und Ole findet Mik ebenfalls ein wenig seltsam, aber trotzdem schwer in Ordnung. Zum ersten Mal in seinem Leben läuft es richtig gut für Mik. Bis die Papageienfrau und der Goldzahn vom Jugendamt auftauchen, um Mik zu einer Pflegefamilie zu bringen, einer »funktionierenden« Familie. Denn Lena ist laut Paragraf 9 nicht gut genug. Schnell fragt Mik sich, was bitteschön in der neuen Familie »funktionieren« soll. Sein Plagebruder Niklas knallt in der Freizeit Vögel ab, sein Pflegevater ist immer mürrisch und lässt ihn Tag für Tag Hundekacke wegwischen und seine Pflegemutter weint, wenn niemand hinsieht. Mik läuft davon, zurück zu seiner Tante Lena. Von nun an sind Pi, Filip, Oskar und Mik auf der Hut vor dem Jugendamt. Sie bereiten sich vor auf die große Flucht. So leicht wird Mik nicht aufgeben ... |
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| Bemerkungen: Schon wieder so ein Hörspiel, das mich beim Hören von Minute zu Minute mehr begeistert und schließlich kaum mehr losgelassen hat. Mikael Engströms Geschichte um den kleinen Mik, bei dem nur die Ohren zu wachsen scheinen, erzählt von dessen Leben in schwieriger Familiensituation. Dabei wechseln sich die Emotionen nahezu perfekt ab. Es gelingt, dieser tragischen Geschichte immer wieder auch humorvolle, heitere und hoffnungsfrohe Momente zu verleihen, spannende Abenteuersequenzen einzubauen und so den Hörer nicht nur durch ein Wechselbad der Gefühle, sondern auch durch einen sehr wendungsreichen Plot zu führen. Ebenso vielfältig ist die Inszenierung. Dem Team um Regisseur Tobias Krebs gelingt es, den einzelnen Handlungsräumen eine stets gute Kulisse zuzuordnen. Zudem wechselt man auch mal die Erzählweise, in dem man beispielsweise die Sequenz nach der Rückkehr nach Hause in einer Mitschnittkollage, die Mik in der Geschichte selbst erstellt, erzählt. Das wirkt zwar ein wenig befremdlich, funktioniert aber sehr gut und gibt nochmals einen ganz besonderen Blick aus Sicht der Hauptfigur auf die Geschehnisse. Großen Anteil am Gelingen der Produktion hat das großartige Ensemble. Wyn Laurids Engeholm, den ich bislang nur aus "Der Sandelf" und in "Tom Sawyer & Huckleberry Finn" gehört hatte, spielt hier die Hauptrolle sehr charmant, zeigt aber auch die Ecken und Kanten der Figur sehr gut. Auch die Sprecher und Sprecherinnen der anderen Kinderrollen überzeugen und stehen den großen und gestandenen Sprechern in nichts nach. "Ihr kriegt mich nicht!" ist ein Hörspiel, das viele Facetten hat und den Hörer mit einer sehr packenden Geschichte für sich einnimmt. Eine sehr stimmig Umsetzung und tolle Sprecherleistungen, sorgen für eine rundum gelungene Produktion. Letztlich kann man es auf ein Wort reduzieren: Großartig! Meine Wertung: + + + + + |
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