| In Tante Julies Haus |
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Autor: |
James Krüss |
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Produktion: |
BR 1971 - DAV 2008
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Regie: |
Jan Alverdes |
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Musik: |
Alfred Artmeier jun. |
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Mitwirkende: |
Alexander Malachovsky, Karl Maria Schley, Lina Carstens, Thomas Brandner, Gustl
Bayrhammer, Ina Peters, Fritjof Vierock, Iris Mayer, Walter Holten, Christa
Heinke, Götz Burger |
Inhalt: |
In Tante Julies Haus wird es nie langweilig, denn hier darf gedichtet werden,
was das Zeug hält! In ihrer Ferienpension auf der Insel Helgoland, in der sie
mit ihrem Ziehsohn und dem Hund Rasputin wohnt, dichtet sie bei Napfkuchen und
Glühwein mit ihrer bunten Feriengesellschaft um die Wette. Abend für Abend
sitzen sie zusammen. Sie erzählen sich Geschichten zu jedem Buchstaben des
Alphabets und entwickeln dabei neue Fantasien, denn:
"Das Leben braucht
nicht nur das B,
Es braucht das ganze ABC!
Vergisst du L, M, N, und
O,
dann wirst du nie gesund und froh!"
Der international bekannte und
ausgezeichnete Autor James Krüss hat einen Sprachspiel-Spaß geschrieben, der zum
Mitmachen und Weiterdichten anregt! Eine Auswahl der originellsten Gedichte und
Geschichten aus dem gleichnamigen Buch wurde unter der Regie von Jan Alverdes
und mit einer erstklassigen Sprecher-Besetzung vertont und zieht nicht nur
Kinder in ihren Bann!
Die von Krüss bevorzugte Form des gegenseitigen
Geschichtenerzählens, in der alte den jungen und junge den alten Erzählern
lauschen, mit Neugier Respekt und Wissensdurst, in der das Zuhören ebenso eine
Gabe ist, wie das Erzählen - dies ist es, was die Bücher des Autors heute mehr
denn je reizvoll macht. Hier ist etwas bewahrt, was wir zu verlieren scheinen:
Erzählen, gleich ob in Versen oder Prosa, als ein Mittel, Erlebtes und
Erfahrenes an die nächste Generation weiterzugeben. Mit seiner allzeit spürbaren
Freude am Wort, an der Wortmelodie, bewahrt der Erzähler Krüss die Sprache als
wesentliches Mittel der Verständigung - und damit ist sehr viel mehr gemeint,
als mit dem heute gängigen Begriff Kommunikation! Wie bei jedem guten
Geschichtenerzähler liegt der Reiz des Fabulierens in der persönlichen Note des
Erzählens, seinem Humor, seiner Lebenserfahrung, seiner feinen Ironie.
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Bemerkungen: |
"In Tante Julies Haus" geht es ungewöhnlich zu. Das beginnt am Klingelschild und
hört bei der Unterhaltung der Feriengäste noch lange nicht auf. Letztere werden
hier nämlich dazu gebeten, das Alphabet "abzuklopfen. Alles Buchstaben sollen
beleuchtet, und ihre Funktion in der Sprache anhand von Geschichten und
Gedichten dargestellt werden.
Dazu versammelt sich eine ungewöhnliche
Runde, die an dieser Aufgabe sichtlich Spaß haben. Herausragend agieren hier
insbesondere Lina Carstens und Gustl Bayrhammer. Letzterer sorgt durch seine
Interpretation des Dr. Beutelbach für eine sehr ins Ohr gehende Darstellung.
Trotz typischem Norddeutschland-Flair ist die Geschichte etwas
ungewöhnlich. Der Fokus liegt hier nicht in der Handlung, sondern in der
Bastelei mit der Sprache. So ist das Drumherum zwar liebevoll gesponnen, ergibt
aber, für sich betrachtet, kein eigenständiges rundes Bild.
Leider bleibt
auch die gestellte Aufgabe unerfüllt, so dass der Hörer zum Handeln aufgefordert
ist und die noch ausstehenden Buchstaben wohl selbst bearbeiten muss.
Das
Hörspiel ist sicherlich nichts für jedermann. Wer Spaß an dem Spiel mit der
Sprache hat, der sollte aber hier auf jeden Fall mal ein Ohr riskieren! Mein
familieneigener Testhörer in der Zielgruppe hatte jedenfalls großen Spaß an
dieser Geschichte, und sie entwickelte sich bei ihm zum Dauerbrenner. |
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