Jane Eyre
  Autor: Charlotte Brontë
  Produktion: SR/DLR/NDR/RB 2005 - der hörverlag
  Regie: Christiane Ohaus
  Bearbeitung: Christiane Ohaus
  Musik: Annie Whithead, Ramesh Shotham
  Länge: 235 Min

Teil 1: 80 Min.
Teil 2: 73 Min.
Teil 3: 79 Min.
 

Mitwirkende:

Bild: SWR/NDR/Jan Rathke
Jane Eyre: Sascha Icks; Bild: SWR / NDR / Jan Rathke

Bild: SWR/NDR/Jan Rathke
Edward Rochester: Christian Redl; Bild: SWR / NDR / Jan Rathke

Bild: SWR/NDR/Jan Rathke
St. John Rivers: Sylvester Groth (im Bild mit Regisseurin Christiane Ohaus und Sascha Icks); Bild: SWR / NDR / Jan Rathke

Bild: SWR/NDR/Jan Rathke
Jane Eyre als Kind: Marike Petrich; Bild: SWR / NDR / Jan Rathke

Mrs. Fairfax: Witta Pohl
Mr. Brocklehurst: Dietrich Mattausch
Miss Temple: Dorothea Gädeke
Mrs. Reed: Angelika Thomas
Adèle: Léa Sanft
Blanche Ingram: Katharina Burowa
Lady Ingram: Uta Hallant
Helen Burns: Franziska Schubert
Diana Rivers: Gabriela Maria Schmeide
Rosamond Oliver: Verena Güntner
Briggs: Siegfried W. Kernen
Richard Mason: Jens Wawrczeck
Pfarrer Wood: Wolfgang Schenck
Wirt: Günter Kütemeyer
Lehrerin: Gabriele Möller-Lukasz
John Reed: Daniel Gleim

Inhalt:

England zur Zeit Queen Viktorias: Die Drei-Klassen-Gesellschaft ist sozial undurchlässig und erstickt fast unter Konventionen, der Adel übt sich im glanzvollen Nichtstun, Frauen sind auf die Rolle der Gattin und Mutter beschränkt.
Jane Eyre wächst als mittellose Waise bei ihrem Onkel Reed auf, einem Landedelmann. Doch nach seinem Tod steckt Mr. Reeds hartherzige Frau die kleine Jane ins düstere Lowood-Stift. Jane überlebt dort Hunger, religiöse Heuchelei und Typhus, wird schließlich sogar selbst Lehrerin in Lowood. Doch dann nimmt sie ihr Schicksal selbst in die Hand, sie sucht sich eine Stelle als Gouvernante, ihr Leben wird weit aufregender als vermutet.
Trotz aller Widrigkeiten bleibt sich Jane Eyre auf beeindruckende Weise selbst treu - sie pocht auf ihre geistige und materielle Unabhängigkeit, sie lebt und liebt mit Leidenschaft und Rückgrat - nicht nur in der damaligen Gesellschaft eine Leistung.
Charlotte Brontë verzichtet nicht auf die zeittypischen Elemente des Schauerromans und der Melodramatik, dennoch wurde "Jane Eyre" durch die klugen, treffenden Schilderungen ihrer Titelheldin ein riesiger Erfolg bei Lesern und Kritikern und damit Teil der Weltliteratur.

Bemerkungen:

Den berühmten Roman Charlotte Brontës hat Christiane Ohaus für den Funk bearbeitet. Die Geschichte folgt einem recht typischen Muster und bietet so zwar wenig Neues, aber viel Unterhaltsames. Sascha Icks verleiht der Protagonistin sehr gute, mitreißende Züge und trägt damit viel zum Gelingen dieser Produktion bei.  Diese Co-Produktion besticht aber auch ansonsten mit einem tadellosen Sprecherensemble.

Geschmacksache bleibt letztlich die Art der Umsetzung. Mit einer - meines Erachtens - etwas unpassenden Musikuntermalungen hinterlegt man hier eingeschobene Erzählerpassagen der einzelnen Figuren. Eine grundsätzlich nette Idee, die aber hier ein wenig den Fluss des Hörspiels unterbricht und moderner wirkt, als es dem Stoff gut tut.

Ansonsten begnügt man sich mit einer eher dezenten Kulisse, was aber hier nicht als Mangel auffällt.

Die Produktion ist mit fast vier Stunden Spielzeit ordentlich lang geraten. Es gelingt hier zwar nicht, gänzlich ohne Längen auszukommen, diese fallen aber hier kaum ins Gewicht.

Ein ordentliches und durchweg unterhaltsames Hörspiel, das sich allerdings von der Geschichte her nicht wirklich aufdrängt.

 

Meine Wertung: + +


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