Jesus von Texas
  Autor: DBC Pierre
  Produktion: WDR 2004 / DAV
  Regie: Martin Zylka
  Bearbeitung: Martin Zylka
  Länge: 56 Min.
  Cover
 


Mitwirkende:

Vernon Little: Sven Plate
Bild: WDR/S. Anneck


Mom: Kathrin Ackermann
Bild: WDR/S. Anneck


Lally Ledesma: Fabian Körner
Vaine Gurie: Regina Lemnitz
Sheriff Pokorny: Reinhard Schulat
Taylor Figueroa: Sigrid Burkholder
Pam: Gundula Petrovska
Betty: Doris Plenert
Leona: Regine Vergeen
Georgette: Claudia Mischke
Richterin: Ilse Strambowski
Dr. Goosens: Matthias Haase
Mr. Nuckles: Heinz Baumeister
Max Lechuga: Daniel Berger
Dana: Martina Rester
Charlotte: Nele Hippe-Davies
Jeses: Simon Roden
Nachbar: Paul Faßnacht
Angestellter: Juan Carlos Lopez

Bilder: WDR/S. Anneck

Inhalt:

Martirio, eine Kleinstadt im tiefsten Texas und Barbecuesaucen-Hauptstadt der südlichen USA. Wer möchte hier schon seine Pubertät erleben! Der 15- jährige Vernon Little hat dazu aber noch ein ganz anderes Problem: Sein Kumpel Jesus hat ein Massaker in der Highschool angerichtet und sich anschließend selbst erschossen. Vernon, der einzige Überlebende seiner Schulklasse, wird nun zur Zielscheibe der unbefriedigten Rachegelüste von ganz Martirio. Genüsslich wird er von der örtlichen Polizei, den Nachbarn und einem Rudel sensationsgeiler Reporter zum Schuldigen gestempelt. Er hat zwar ein Alibi, aber das interessiert sowieso niemanden - nicht einmal seine Mutter, die mit ihren Freundinnen lieber im Fast Food Restaurant Diätpläne diskutiert. Und auch Vernon möchte sich eigentlich nur mit seinen Hormonschüben und der Unterwäsche seines neuesten Schwarms beschäftigen. Stattdessen wird er zum meistgesuchten Mann Amerikas.

Bemerkungen:


Man erwartet einen typisch schwülen Thriller und bekommt eine knallharte Mediensatire, die nicht nur über und über mit Ironie gespickt ist, sondern auch die Spannung keinesfalls zu kurz kommen lässt.
Die unglaubliche Geschichte des Loosers Vernon Little, der von einem Schlamassel in den anderen tappt, sorgt für eine knappe Stunde bester Unterhaltung.

Das liegt insbesondere an Sven Plate, der der Hauptfigur sowohl als Erzähler, als auch als handelndem Charakter extrem viel Glaubwürdigkeit gibt, ohne auch nur im Mindesten zu überzeichnen. Überhaupt gelingt das allen Sprechern gut und selbst die skurrilsten Auftritte wirken durch diese Ernsthaftigkeit.

DBC Pierre verstrickt nicht nur seine Figuren genial in diesem Plot, er löst diesen auch wieder sehr logisch und schnell auf, so dass sich am Ende noch ein ordentlicher Überraschungseffekt einstellt.

"Jesus von Texas" ist ein sehr empfehlenswertes Hörspiel, wer auf geistreichen Witz und/oder leichte aber trotzdem spannende Thriller steht, sollte hier mal ein Ohr riskieren.

 

 

Meine Wertung: + + + +

 

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