Jim Knopf und die Wilde 13

von Michael Ende

Bearbeitung: Ulla Illerhaus
Komposition: Mike Herting
Regie: Petra Feldhoff
WDR 2010
253 Min.





Erzähler: Ulrich Noethen
Jim Knopf: Dante Selke
Lukas: Jörg Schüttauf
Emma: Frank Köllges
König Alfons: Michael Brandner
Herr Ärmel: Wilfried Hochholdinger
Frau Waas: Manon Straché
Li Si: Mariann Schneider
Herr Tur Tur: Ernst August Schepmann
Nepomuk: Steffen Scheumann
Goldener Drache der Weisheit: Henriette Thimig
Kaiser: Michael Habeck
Ping Pong: Laura Maire
Kapitän: Wolfgang Völz
Briefträger: Matthias Haase
Sursulapitschi: Anne Kanis
Uschaurischuum: Heinrich Schmieder
Lormoral/Matrose: Helmut Krauss
Piratenhauptmann: Oliver Stritzel
Piraten: Hanns Jörg Krumpholz, Fabian Gerhardt, Thomas Balou Martin, Karsten Dahlem


© WDR/S.Anneck
Jörg Schüttauf als Lukas und Dante Selke als Jim Knopf

Bild: WDR / S. Anneck
v.l.n.r.: "Die Wilde 13" Die Piraten Hanns Jörg Krumpholz, Thomas Balou Martin, Karsten Dahlem, Oliver Stritzel und Fabian Gerhardt.

Foto: © WDR/S.Anneck


Die Insel Lummerland benötigt dringend einen Leuchtturm. Jim kommt die glänzende Idee, Herrn Tur Tur, den Scheinriesen, für diese Aufgabe zu gewinnen. Sogleich machen sich Lukas, Jim, Emma und Molli auf den Weg zur "Wüste am Ende der Welt". Dabei begegnen sie der Meerprinzessin Sursulapitschi, ergründen das Geheimnis des Meeresleuchtens, erfinden eine Flugvorrichtung für Emma und finden in der kleinen Oase nicht nur den überglücklichen Herrn Tur Tur, sondern auch ihren Freund Nepomuk, den Halbdrachen. Viele aufregende und gefährliche Abenteuer warten noch auf sie, denn Molli wird entführt und zwar von der Wilden 13. Mit Hilfe des goldenen Drachen der Weisheit erfahren die Freunde, wie und wo sie die Piraten finden können, und die Reise, die sie dann antreten, führt sie direkt in das schreckliche Land, das nicht sein darf.


Michael Ende (1929-1995) gelang mit seinem 1960 erschienenen Werk „Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer“ der schriftstellerische Durchbruch. Zu seinen größten Erfolgen gehören außerdem „Momo“ (1972) und „Die unendliche Geschichte“ (1979).



Bemerkungen:

Nach "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" hat sich der WDR auch einer Neuvertonung der Nachfolgegeschichte angenommen. Zum 80sten Geburtstag von Autor Michael Ende, beziehungsweise zum 50sten von Jim Knopf, sind somit beide Folgen in neuem Gewand hörbar geworden. Nicht nur die Hörer des WDRs kamen in den Genuss, beide Produktionen sind auch zeitnah zur Radioausstrahlung beim DAV erschienen.

In der Folge "Jim Knopf und die Wilde 13" muss ein Leuchtturm für Lummerland und Neulummerland beschafft werden. Jim und Lukas erinnern sich an Herrn Tur Tur, der als Scheinriese nahezu ideal für diese Aufgabe erscheint. Natürlich geht die Reise zu ihm in die Wüste am Ende der Welt nicht ohne weitere Abenteuer ab. So helfen Jim und Lukas beispielsweise, das erloschene Meeresleuchten wieder in Gang zu setzen. Es gibt aber auch eine Begegnung mit der Wilden 13, die Jims Lokomotive Molly entführen. Es entbrennt ein Kampf zwischen den Protagonisten und den Piraten, bei dem letztlich Jim obsiegt. Zudem erfährt er von seiner Herkunft, und dass Lummerland... aber zuviel soll dann hier auch nicht verraten werden - Denn das sollte dann doch der Hörer selbst erleben.

Nicht selten ist es, dass Fortsetzungen die Qualität des ersten Teils nicht erreichen. Diese Geschichte wäre dann die Ausnahme, die diese Regel bestätigt. Michael Ende erzählt nicht nur unterhaltsam und mit zielgruppenentsprechender Spannung von den neuen Erlebnissen Jims und Lukas', besonders beeindruckt, wie er alle Charaktere der ersten Folge einbindet, ohne dass es auch nur im Ansatz aufgesetzt oder bemüht wirkt. Die beiden Episoden wirken wie aus einem Guss und bleiben beide bis zum Ende spannend, unterhaltsam und lassen keinerlei Langeweile aufkommen.

Bei der Umsetzung macht es sich bezahlt, dass man die Hörspielprojekte zusammen geplant und produziert hat. So hat man auch in dieser Episode nicht nur das gleiche, toll besetzte Ensemble zur Verfügung, auch gibt es keinen Versatz in den einzelnen Figuren.
Die Produktion erhält einen ganz eigenen Charakter, da man sich sehr angenehm von den durch die bekannte Fernsehfassung geprägten Klischees entfernt. Man hat bei der Besetzung tatsächlich mehr auf die Anforderungen der Vorlage, denn auf die präsen Bilder geachtet. Das schlägt sich auch in der Musik von Mike Herting nieder, dessen Stücke aus dem ersten Teil auch hier wieder Verwendung finden und die Geschichte sehr leichtgängig untermalen.

Letztendlich kann ich auch hier wieder nur eine Empfehlung aussprechen. Wer den ersten Teil mochte, wird auch diese Episode mögen, wer beide nicht kennt, hat Einiges nachzuholen...

Meine Wertung: + + + +
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