Jolanthes Hochzeit

von Hermann Sudermann

SFB 1976


Mit: Dieter Borsche



Zu Lebzeiten, er wurde am 30. September 1857 in Matzicken bei Heydekrug geboren und starb am 21. November 1928 in Berlin, war Hermann Sudermann einer der bedeutendsten Dramatiker des deutschen Theaters, gleichrangig neben Gerhart Hauptmann. Die Uraufführung eines Sudermann-Stückes war ein Ereignis in Berlin, das von den Zeitungen auf der ersten Seite besprochen wurde. Seine Erzählungen werden, was die Milieuschilderungen anbelangt, mit den Novellen von Zola und Balzac verglichen. Sie führen in Badeorte und auf ostpreußische Güter, in spießige Kleinstädte und in die Berliner Gesellschaft. Leidenschaft und Entsagung, Verzicht und Lebensgenuss sind die wichtigsten Themen. „Im Zwielicht“ (1887) und „Die indische Lilie“ (1911) lauten die Titelgeschichten seiner beiden Erzählbände.

1892 schrieb er mit dem ihm eigenen Humor „Jolanthes Hochzeit“, eine Liebesgeschichte mit Irrungen und Wirrungen. Erzählt aus der Perspektive des Barons Hanckel-Ilgenstein, eines ostpreußischen Landwirtes und Junggesellen, in dieser Hörfunkproduktion gesprochen von Dieter Borsche, kann sie nur zu einem erheiternden Ende führen.

Dieter Borsche, (25. Oktober 1909, Hannover - 5. August 1982, Nürnberg) Sohn eines Musiklehrers und einer Oratoriensängerin. Zunächst Tänzer im Ballett der Städtischen Oper Hannover, führt ihn seine schauspielerische Laufbahn über Weimar nach Danzig, Breslau und Kiel. Sein Durchbruch als Theaterschauspieler gelang ihm allerdings erst als Papst Pius XII. in Rolf Hochhuths "Der Stellvertreter" 1963 an der Freien Volksbühne Berlin. Da war er bereits ein bekannter Filmstar, spielte gerade bevorzugt Schurken in Edgar Wallace-Verfilmungen oder überraschte sein Publikum im Durbridge-TV-Sechsteiler als "Halstuch"-Mörder. In den 1970er Jahren wird er zum gefragten Radio-, Hörspiel- und Synchronsprecher, der, wegen fortschreitenden Muskelschwunds an den Rollstuhl gebunden, trotzdem noch sehr erfolgreich in Gegenwartsstücken wie "Equus" von Peter Shaffer oder "Duett für eine Stimme" von Tom Kempinski auf der Bühne spielt. 1978 letzte Tournee mit dem Shaw-Stück "Geliebter Lügner". 1979 wird er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Zur Startseite