Kabine B-13
Von John Dickson Carr
Aus dem Englischen von Anna von Cramer-Klett
Regie: Günther Sauer
SDR 1987
31 Min.




Mit: Günther Sauer, Christian Quadflieg, Marita Marschall, Wolfgang Höper, Manfred G. Herrmann, Wolfgang Reinsch u.a.


New York in den 30er-Jahren. Das junge amerikanische Brautpaar Richard und Anne Brewster geht an Bord eines Ozeanriesen. Die Hochzeitsreise soll nach Europa führen – gebucht haben die beiden die Kabine B-13. Dann passiert etwas Ungeheuerliches. Nachdem das Schiff den Hafen verlassen hat, muss Anne feststellen, dass es anscheinend Dinge gibt, die spurlos verschwinden; sie kann jedenfalls weder ihren Mann noch ihre Kabine wiederfinden. Als ihr der Schiffsarzt Dr. Hardwick glaubhaft versichert, dass es wegen des Aberglaubens mancher Gäste auf diesem Schiff keine Kabine B-13 gibt, weiß die junge Frau nicht mehr, wo ihr der Kopf steht. Und als ihr Mann auch am nächsten Tag nicht wieder auftaucht, wird die Sache immer mysteriöser.


Bemerkungen:

John Dickson Carr ist ein Meister des pointierten, durchdachten und vor allem unterhaltsamen Kriminalromans. Gerne widmet er sich einem kriminologischem Problem, das er auf eigene Art interpretiert und daraus eine ganz neue Geschichte formt. Dass es sich dabei nicht um ein Plagiat handelt, deutet er mit der Quellenangabe an. Im Fall von Kabine B 13 ist diese die Geschichte "Verwehte Spuren", die als Hörspiel von Hans Rothe, sowie als Harlan-Verfilmung bekannt wurde.

Carr verschärft das Problem, dass eine Person spurlos verschwindet, in dem er die Rahmenbedingungen enger zieht. Er lässt seine Geschichte auf einem Schiff spielen, einem überschaubaren Ort, an dem eine Person - und erst recht eine Schiffskabine - nicht so ohne Weiteres spurlos verschwinden kann.

Man erzählt die Geschichte recht kurz und knapp, was für viel Tempo und wenig Leerlauf sorgt. Dazu kommt, dass die recht traditionelle Erzählweise für eine - im positivsten Wortsinne - altbackene Atmosphäre sorgt. Die Produktion wirkt wie ein Suspense-Krimi, erzählt in einem moderneren Tempo.


Eine gute Geschichte, ein gute Umsetzung - eine lohnenswerte halbe Radiostunde!


Meine Wertung: + + + +




 
Zur Startseite