| Kaltblütig nach dem Roman »In Cold Blood« von Truman Capote aus dem amerikanischen Englisch von Kurt Heinrich Hansen Hörspielbearbeitung und Regie: Irene Schuck BR 2002 156 Min. ![]() Erzähler: Gerhard Garbers Herbert William Clutter: Harry Täschner Bonnie Clutter: Ulli Philipp Nancy Clutter: Laura Maire Kenyon Clutter: Nicola Fritzen Alfred Stoecklein: Wolfgang Pregler Erzähler: Gerhard Garbers Dick Hickock: Jens Holger Kretschmer Mr. Hickock: Fred Maire Mrs. Hickock: Renate Grosser Perry Smith: Jens Wawrczeck Vater: Jochen Striebeck Alvin Dewey: Peter Rühring Mrs. Dewey: Karin Anselm Barbara: Margrit Carls Harold Nye: Rainer Bock Roy Church: Helmut Stange Floyd Wells: Peter Weiß Mrs. Hartmann: Elisabeth Endriss Don Cullivan: Christian Baumann Richter Tate: Wolfgang Hinze Mr. Green: Franz Rudnick Mr. Harrison: Rolf Illig Mr. Fleming: Reinhard Glemnitz Psychiater: Andreas Neumann Andy: Martin Butzke Susan: Jule Ronstedt Radiostimme: Peter Veit Ein kleiner Ort namens Holcomb in Westkansas/USA. In der Nacht vom 14. zum 15. November 1959 wird die vierköpfige Familie Clutter, die in einem einsam gelegenen Farmhaus wohnt, aus den Betten geholt, gefesselt, und – nachdem die Einbrecher das Haus durchsucht haben – durch Kopfschüsse mit einem Gewehr getötet. Die Brutalität der Morde entsetzt die Menschen über die Grenzen der Gemeinde hinweg – man glaubt an einen persönlichen Racheakt. Denn die Beute ist mager: Nur etwa fünzig Dollar finden die Täter im Haus der Clutters. Was niemand ahnt: Die Mörder haben es eigentlich auf einen Safe abgesehen. Doch der existiert gar nicht. Völlig pleite setzen sich die beiden, der 31-jährige Perry Smith und der 28-jährige Richard (Dick) Hickock, nach Mexiko ab. Dort leben sie von kleinen Gaunereien, doch schon nach kurzer Zeit geht ihnen das Geld aus. Sie kehren in die Staaten zurück. Perry weiß, dass es Wahnsinn ist, ausgerechnet nach Kansas zu fahren – noch dazu mit einem gestohlenen Wagen. Aber er will sich von Dick nicht trennen. Während die Polizei ihnen bereits auf den Fersen ist, fühlt sich Dick immer noch völlig sicher. Er unterschreibt gestohlene Schecks mit seinem richtigen Namen. Die beiden haben Glück: Sie werden zwar erkannt, können aber rechtzeitig nach Miami entkommen – von da aus fliehen sie weiter Richtung Westen, nach Las Vegas. Am 30. Dezember 1959 werden Perry Smith und Dick Hickock in Las Vegas verhaftet – zunächst nur wegen Scheckbetrugs. Aber in den Verhören belasten sich die beiden jungen Männer gegenseitig und gestehen schließlich auch die Morde. Im März 1960 werden sie zum Tod verurteilt. Erst fünf Jahre später, im April 1965, wird das Urteil vollstreckt. Über diesen Zeitraum hinweg wird Truman Capote zum engsten Vertrauten der beiden Häftlinge, die ihm völlig emotionslos Vorgeschichte und Einzelheiten der Tat erzählen. Das macht den Autor zum Kronzeugen eines extrem kaltblütigen Verbrechens. Truman Capote (1924–1984) geboren als Truman Streckfus Persons in New Orleans, gestorben in Los Angeles. Capote schrieb Romane, Theaterstücke, Drehbücher und Reiseberichte. Internationale Bekanntheit erlangte er durch »Breakfast at Tiffany’s«, verfilmt mit Audrey Hepburn in der Hauptrolle. Sein dokumentarischer Roman »In Cold Blood« (»Kaltblütig«) wurde 1966 zu einem Weltbestseller und löste eine Medienlawine aus. In der Folge geriet Capote in eine tiefe schöpferische Krise. |
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| Bemerkungen: "In cold blood" ist einer von Truman Capotes größten Erfolgen. Es ist sein erstes Werk, das keinerlei fiktionale Anteile enthält, sondern sich ganz nüchtern und sachlich mit einem Verbrechen von dessen Planung bis zur Vollstreckung des Urteils an den Tätern befasst. Capote schildert, ohne Partei zu ergreifen, umfassend das Geschehen und lässt alle Beteiligten Personen zu Wort kommen. Auch die Hörspielfassung schafft dieses, obwohl es hier fast noch schwieriger ist, Neutralität zu bewahren. Irene Schuck ist dieses Kunststück jedenfalls gelungen. Obwohl sie ihre Sprecher natürlich in den Emotionen der Figuren agieren lassen muss, bleibt aufgrund der ausgewogenen Mischung der Aussagen von Opfer, Zeugen, Tätern und Ermittlern diese besondere Sachlichkeit erhalten. Trotz dieser Distanz packt diese Geschichte den Hörer und zieht ihn in seinen Bann. Getragen wird dieses Hörspiel von einem exzellenten Sprecherensemble, das mit guten Schauspielern besetzt ist, darunter aber auch vielel, die man nicht so oft in Hörspielproduktionen zu hören bekommt. Herausragend ist hier vor allem Jens Wawrczeck, der die besondere Figur des "Perry" perfekt zu verkörpern weiß. Ein Hörspiel, das vielleicht nicht jeden anspricht, da die nüchterne Darstellung das Hörspiel etwas ruhiger macht, als man es bei der Drastigkeit der Schilderungen erwarten würde. |
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Meine Wertung: + + + + |
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