| Kap der Finsternis von Roger Smith aus dem Amerikanischen von Jürgen Bürger und Peter Torberg Bearbeitung und Regie: Martin Zylka WDR 2009 55 Min. ![]() Daniel Berger als Gangster, Nina Weniger als Susan Burn ![]() Daniel Berger als Gangster, Ulrich Matthes als Jack Burn Fotos: © WDR/S.Anneck Auf der Flucht vor dem Gesetz landet der US-Amerikaner Jack Burn mit seiner Familie in der südafrikanischen Metropole Kapstadt. Sonne, Strände, Berge, Meer – in den weißen Villenvierteln ist Kapstadt ein Paradies. So zunächst auch für die Burns. Aber Dreiviertel der Bevölkerung lebt in den schwarzen Armenvierteln, wo Kriminalität, Gewalt und Drogen den Tag bestimmen. Als zwei Gangmitglieder aus diesen „Cape Flats“ bei den Burns eindringen, bringt Jack die beiden um und entsorgt die Leichen. Alles soll nach Bandenkrieg aussehen. Doch der brutale und korrupte Polizist Rudi Barnard ahnt etwas. Als Barnard selbst unter Druck gerät, will er aus der Sache Kapital schlagen – und entführt Jacks kleinen Sohn Matt. Roger Smith, 1960 in Johannesburg geboren, arbeitet als Autor, Regisseur und Produzent in Kapstadt. Während der Apartheidjahre gründete er das erste hautfarbenübergreifende Filmkollektiv in seiner Heimat. Bemerkungen: Roger Smith schildert in seinem Debütroman "Kap der Finsternis" schonungslos die kriminelle Wirklichkeit in Südafrika. Dabei nimmt er weder Rücksicht auf seine Figuren, noch auf den Leser bzw. hier den Hörer, der sich mit heftigen Schilderungen von Gewalt auseinandersetzen muss. Es ist für einen Außenstehenden nur schwer zu erkennen, was hier Abbild der Realität ist, und was als reines Schockelement in die Geschichte eingeflossen ist. Hier liegen auch die Schwierigkeiten der Umsetzung, der es kaum gelingt, das Stück hörbar nach Südafrika zu verlegen. Wären nicht die Ortsangaben vorhanden, könnte dieses Stück auch als amerikanischer Thriller durchgehen. Hier werden einfach zuviele Genreklischees eingebunden, die im Thrillerplot funktionieren, die Besonderheiten des Stoffes aber nicht unterstreichen. Ungeachtet dessen muss man aber zugestehen, dass man hier in Punkto Spannung und Thrill ordentlich viel geboten bekommt. Die Produktion gelingt sehr temporeich und wird durch das Ensemble sehr glaubwürdig und lebendig dargestellt. Fans spannender Thriller kommen hier sicherlich auf ihre Kosten. "Kap der Finsternis" ist ein gut produzierter Thriller, der in diesem Genre wirklich überzeugt. Leider fehlt der Umsetzung etwas das Besondere, ein wenig des Flairs, das durch den ungewöhnlichen Handlungsort bedingt wäre. Meine Wertung: + + + |
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