Kata

von Andrew Vachss
aus dem Amerikanischen von  Georg Schmidt
Bearbeitung und Regie: Corinne Frottier
NDR 1997
110 Minuten


Burke: Christian Brückner
Flood: Katja Teichmann
Mama Wong: Susanne Dong
Michelle: Georgette Dee
Bernie: Dirk Ossig
Juan: Manolo Palma y Hohmann
Miguel: Christian Lehmann-Carassco
Leary: Ulli Lothmanns
Leary Sekretärin: Nicola Thomas
Toby: Werner Wölbern
Hausmeister: Gerd Samariter
James: Gerd Wameling
Gunther: Konstantin Graudus
Juanita: Isabel Navarro
Antonio: Oscar Ortega-Sanchez
Pablo: Derval de Faria
Golder: Holger Mahlich
Wilson: Rainer Schmitt


Burke, ein kleiner Gauner, schlägt sich als Privatdetektiv ohne Zulassung mehr schlecht als recht in New York City durch. Eines Tages bekommt er einen Auftrag von Flood, einer in Japan ausgebildeten Karatekämpferin. Die Tochter einer Freundin Floods ist ermordet worden - von "Cobra", einem Vietnamveteran mit einer Schwäche für Kindersex. Seine Suche nach der "Cobra" führt Burke in die finstersten Ecken der Großstadt, in eine Welt von Gewalt und Grausamkeit, in der es keine Tabus zu geben scheint.

Doch Burke kämpft nicht allein. Den Rücken halten ihm sympathisch-durchgeknallte Außenseiter frei: Michelle, die transsexuelle Prostituierte, die jeden Cent für eine Geschlechtsumwandlung spart. Max, der taubstumme Tibeter, unbestechlich und gefürchtet und "Maulwurf", ein genialer, menschenscheuer Elektronikfreak, der auf einem verlassenen Schrottplatz lebt. Und natürlich Flood selbst, die Burke mit ihrem antrainierten Gleichmut immer wieder auf die Palme bringt.


Andrew Vachss, 1944 in New York City geboren, arbeitet als Anwalt für missbrauchte und misshandelte Kinder und Jugendliche. Seine Fälle verarbeitet er in seinen Kriminalromanen. Im Jahr 2000 erhielt er den Raymond Chandler Award für sein Gesamtwerk.


Bemerkungen:

Andrew Vachss erzählt in diesem Thriller von der schwierigen Jagd nach einem Kindermörder. Über zwei Radiofolgen müssen sich Burke und Flood auf der Suche nach dem Täter quälen. Ebenso wenig leicht hat es der Plot, hieraus Interesse zu aggregieren. Etwas zu gleichförmig, etwas zu monoton, wirkt diese Suche, auch wenn man versucht, diese durch ein buntes Figurenkabinett ein wenig zu beleben. Es gelingt kaum - zumal der lange Weg nicht mal zu einem Finale führt, das sich irgendwie aus der Thrillermasse besonders abhebt. Gerade beim Thema "Rache" und "Verbrechen an Kindern" wäre sicherlich eine inhaltliche Auseinandersetzung gut möglich gewesen, stattdessen bietet man eine doch recht platte, einfache Lösung, die nur wenig überzeugt. Inhaltlich hätte ich mir - auch im Hinblick auf einen Zweiteiler - doch etwas mehr Substanz gewünscht.

Die Umsetzung lebt von der Stimme. Die Besetzung des Burke mit Christian Brückner ist Segen und Fluch zugleich. Natürlich passt er in dieses Genrehörspiel perfekt hinein. Die Schublade des typischen amerikanischen Privatdetektivs hat ja genau seine Größe. Es hat aber auch den Nachteil, dass die Besetzung nicht sonderlich originell ist. Das wäre weniger ein Problem, wenn der Inhalt mehr Überzeugendes bieten würde.
Hinter dem großen Part von Brückner, der hier auch als stets präsenter Ich-Erzähler auftritt, bleiben nur noch echte Nebenrollen. Selbst Katja Teichmann, die hier die weibliche Hauptrolle spielt, kommt hier kaum dazu, dem Stück ihren Stempel aufzudrücken.


Insgesamt ist "Kata" ein einfach strukturierter Thriller ohne großartige Besonderheiten. Inhaltlich bietet man außer der Folie und der Darstellung typischer Elemente, wenig; in der Darstellung ist die Stimme Christian Brückners der dominierende Aspekt. Aber auch ein Christian Brückner ist nur so gut, wie der Stoff, den er vorträgt, es zulässt. Hier ist es - für meinen Geschmack - zu wenig.

 eine Wertung: -





 
Zur Startseite