| Kennst du schon Ken? von Simon Kamphans und Matthias Lang EIG 2010 15 Min. Ken: Jonas Baeck Alex: Daniel Printz Leona: Diana Klose Steve: Simon Mehlich MyBook-Stimme: Anna-Sophia Lumpe Jens: Steven Reinert Reporter, Franky: Benedikt Hahn Google, Bloggerin: Ise Papendorf Tommy, Pirat: Thomas Ficker Anne: Sandra Doll Tine: Ria Weber MyBook-Freunde: Daniela Ziemann, Ria Weber, Anna-Sophia Lumpe, Sandra Doll, Cornelius Kämmerling, Alexander Pelzer, Felix Schledde, Augusto Stahlke Titelsprecherin: Maike de Buhr "Kennst du schon KEN?" - wird Alex vom sozialen Netzwerk MyBook gefragt. KEN scheint der perfekte Freund. Von allen, fast allen - denn Alex ist noch nicht mit ihm über MyBook befreundet. Doch die Freundschaft mit KEN wird teuer. Erst muss Alex 300 gemeinsame Freunde nachweisen und dann auch noch echtes Geld für eine virtuelle Freundschaft hinblättern. Nach einer aufzehrenden Freundesaquise hat Alex endlich 300 gemeinsame Freunde mit KEN. Jetzt steht ihrer MyBook-Freundschaft nichts mehr im Weg. Außer, dass Alex diese Freundschaft nun täglich mit hundert Kommentaren pflegen muss. Alex freut sich zwar endlich, drin zu sein, aber KEN entwickelt sich immer mehr zu einer realen Bedrohung ... Das Hörspiel spielt im sozialen Netzwerk MyBook und verlässt nie die Online-Ebene. Das Netzwerk MyBook verfügt über eine menschliche Stimme: mal verführerisch, mal offensiv. Der Protagonist Alex kommuniziert mit seiner Umwelt über Pinnwandeinträge, private Nachrichten und im Chat. Da sich alle Figuren in einer virtuellen Umgebung aufhalten, spielt die Hörspielmusik in diesem Stück eine tragende Rolle. Im musikalischen Mittelpunkt steht der eigens dafür geschriebene Song "Book", der Lieblingssong des Protagonisten. Bemerkungen: "Kennst du schon Ken" ist eine rasante Geschichte, die sich mit "Social Media" auseinandersetzt. Auch wenn man es mit einem so netzaffinenen Thema natürlich gute Chancen für einen Preis wie "Premiere im Netz" hat, ist das aber hier nur eine Marginalie, denn das Stück überzeugt insbesondere mit inhaltlicher Qualität. Wem es gelingt in nur 15 Minuten, eine Geschichte so gut zu erzählen, der hat diese Auszeichnung mehr als verdient. Das Duo Kamphans und Lang zeichnet hier ein Szenario, dass nicht nach ferner Utopie klingt, sondern ganz reale und greifbare Wurzeln hat und vielleicht auch - nicht im geschilderten Ausmaß, aber dem Grunde nach - durchaus aktuell vorstellbar ist. Man setzt dabei auf eine temporeiche Umsetzung, die aber nicht gehetzt wirkt, sondern eher als Abbild des realen Internetkonsums funktioniert. Das große Ensemble funktioniert auch ohne nominelle Sprechergrößen in dieser Geschichte sehr gut. "Kennst du schon Ken" ist nicht nur kurz und entsprechend -weilig, sondern bringt auch einen angenehm kritischen Unterton mit, der allerdings nie aufdringlich wirkt. Da bleibt mir nur zu sagen: Sehr hörenswert! Meine Wertung: + + + |
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