Kleiner Tod

Von Dirk Josczok

Regie: Claudia Johanna Leist
WDR 2010
54 Min.


Astrid: Johanna Gastdorf
Heinrich: Axel Wandtke
Konstanze: Astrid Meyerfeldt
Doktor: Hendrik Stickan
Hilfe: Lilli Hollunder
Polizist 1: Jochen Langner
Polizist 2: Albert Kitzl


Seit der Scheidung von ihrem Mann lebt die arbeitslose Lektorin Astrid Schilling allein und von Hartz IV. Um so größer ist ihre Freude, als sich zum ersten Mal ein Anrufer auf ihre Anzeige meldet. Stefan Heinrich möchte seine Memoiren schreiben. Dass er absolute Diskretion verlangt und dafür weit mehr als das übliche Honorar zu zahlen bereit ist, erscheint Astrid nicht verdächtig. Ihre Freundin Konstanze Kleinert mahnt zur Vorsicht, doch Heinrich erweist sich als eloquenter Erzähler und ist überaus charmant. Astrid ist drauf und dran, sich zu verlieben. Aber Konstanze insistiert. Während Astrid und Heinrich sich immer näher kommen, versucht sie, Heinrich zu diskreditieren. Nur aus Eifersucht, wie Astrid vermutet, oder gibt es wirklich Ungereimtheiten in „Heinrichs Erzählungen“?


Dirk Josczok, geboren 1960, lebt als Autor von Prosa, Theaterstücken, Hörspielen und Drehbüchern in Berlin. Der WDR produzierte von ihm zuletzt eine Krimihörspiel-Reihe mit der Hauptkommissarin Carola Nusser und ihrem Assistenten Möller.


Nachdem Dirk Josczok seine Kommissarin Nusser in Rente geschickt hat, legt er nun einen Krimi vor, der frei vom Zwang eines Serienrahmens erzählt werden kann. Die Geschichte läuft allerdings sehr gerade auf ein Ziel zu. Die Entwicklungen sind zwar authentisch dargestellt, überraschen kann der Plot allerdings nur bedingt. Dazu ist das Stück doch ein wenig personell eingeschränkt. Der regelmäßige Krimikonsument wird hier vor keine großen Rätsel gestellt.

Die Umsetzung ist gelungen. Die Zeit, die die Geschichte zum glaubwürdigen Aufbau braucht, nutzt man und bringt sehr glaubwürdige Dialoge. Diese funktionieren auch im Hinblick darauf, dass kein Erzähler eingesetzt wird, ohne aufgesetzte Informationsvermittlung. Mit unaufdringlichen, aber ausgefeilten Geräuschen und entsprechenden Kulissen, schafft man es, die Geschichte gut vorstellbar zu machen.


Inhaltlich leider nur ein durchschnittlicher Krimi, gerade von Dirk Joszcok wurde man da schon mehr überzeugt. Dafür ist die Darstellung allerdings sehr gut gelungen, so dass man insgesamt zumindest eine solide Krimiunterhaltung serviert bekommt.

Meine Wertung: + + + 

 
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