Kommissar Beck ermittelt - Die neuen Fälle

enthält die Fälle

Der Polizistenmörder
Die Terroristen
Alarm in Sköldgatan




Der Polizistenmörder
von Maj Sjöwall und Per Wahlöö

Bearbeitung: Sebastian Goy
Regie: Peter Michael Ladiges
Komposition: Hans Martin Majewski
SWF / WDR  1978
195 Min. / 176 Min.

enthalten auf:



Martin Beck: Charles Wirths
Lennart Kollberg: Hubert Suschka
Folke Bengtsson: Ernst Jacobi
Herrgott Nöjd: Heinz Meier
Bertil Mård: Heinz Schimmelpfennig
Per Mansson: Benno Sterzenbach
Limpan: Traugott Buhre
Åke Roman: Hans-Helmut Dickos
Gunvald Larsson: Horst Frank
Büro von Rikspilis Malm: Gert Haucke
Einar Rönn: Christian Brückner
Benny Skacke: Michael Thomas
Kasper: Wolfgang Peau
Magga: Hannelore Hoger
Kaj Sundstroöm: Joachim Norrke
sowie Marianne Lochert, Jochen Holtgrewe, Karl Rudolf Menke, Friedrich Metz, Marianne Mosa-Hering, Ulrich Tesche, Thomas Wettering, Irene Joachim Nottke, Andreas Thieck, Wolfram Weniger, Peter Klein, Dieter Kurze, Heide von Raab, Irene Harprecht-Schulz, Gerd Andresen, Else Brückner-Rüggeberg, Dr. Hamid Haddad, Tobias Lelle, Monika Hessenberg, Lieselotte Prinz, Verena Buss, Gerhard Keller, Marie-Luise Etzel, Margarete Salbach, Peter Franzon, Werner Loos, Wolfgang Reinsch, Helmut Wöstmann


Im kleinen schwedischen Ort Anderslöv ist eine Frau verschwunden. Ein Verbrechen kann nicht ausgeschlossen werden. Deshalb wird die Riksmordkommission zu Hilfe gerufen.
Kommissar Martin Beck und sein Mitarbeiter Lennart Kollberg beginnen mit der Befragung der Personen, die Sigbrid Mård kurz vor ihrem Verschwinden noch gesehen haben. Zum Beispiel ihr geschiedener Mann, ein ehemaliger Kapitän, der auf Polizei und Regierung und auch auf seine Frau schimpft, aber muß er sie deswegen umgebracht haben? Ist sie überhaupt tot? Als man schließlich die Leiche findet, verdichtet sich der Verdacht gegen einen gewissen Folke Bengtsson, der Beck schon aus dem Fall "Die Tote im Götakanal" bekannt war. Martin Beck läßt ihn verhaften, und während er mit seinen Kollegen Indizien und Verdachtsmomente immer wieder neu zusammensetzt, geschieht etwas, das gar nichts mit dem Fall zu tun hat: Drei Polizeibeamte werden auf offener Straße von zwei jugendlichen Dieben niedergemäht. Bürochef Malm setzt sich selbst an die Spitze eines "taktischen Kommandos", postiert 2000 Polizisten mit kugelsicheren Westen an den wichtigsten Straßenkreuzungen, mobilisiert Scharfschützen und tappt im Dunkeln. Einer der Täter ist bei der Schießerei getötet worden, der andere wird als Ronnie Kaspersson identifiziert und gejagt. Am Ende verhindern Martin Becks Mitarbeiter ein Blutbad, Kollberg quittiert nach 27 Jahren den Dienst, Beck selbst entlarvt den Mörder von Sigbrid Mård. Er ist, anders als Kollberg, nicht der Ansicht, daß er sich seines Berufs schämen müßte, aber er kennt viele, die das tun und noch viel mehr, die dazu Anlaß geben.


Bemerkungen:

Mit dem "Polizistenmörder" erscheint bei DAV ein bislang unveröffentlichtes Kommissar Beck-Hörspiel. Die vierteilige Radioproduktion wurde hier leicht gekürzt auf drei CDs gebannt. Mit dieser langen Spielzeit findet die Vorlage umfassend Berücksichtigung. Damit bindet man auch Aspekte ein, die normalerweise unter den Tisch fallen würden, da sie primär nicht den Krimiplot betreffen. Hier sind es zunächst einmal zwei Plots. Zum einen greift man den Fall "Die Tote im Götakanal" nochmal auf und bringt als Verdächtigen erneut Folke Bengtsson, der auch hier wieder von Ernst Jacoby gesprochen wird, ins Spiel. Die Ermittlungen werden durch den Titel gebenden zweiten Plot unterbrochen, der weniger als Kriminalfall an sich interessant ist, aber den Polizeiapparat an sich gut hinterfragt. Diese Darstellung nimmt recht viel Raum ein und wird auch in Szenen dargestellt, die kaum mehr Berührung zum eigentlichen Plot haben. Insofern werden die, die Kommissar Beck allein aufgrund des Krimiaspektes hören wollen, hier vielleicht ein wenig enttäusch sein. Freuen dürfen sich jedoch diejenigen, die die psychologischen Feinarbeiten bei den Figuren zu schätzen wissen.

Die Sprecherliste hält was sie verspricht. Auch hier spricht Charles Wirths die Hauptrolle, auch hier wird er von einem sehr prominenten Ensemble begleitet. Große Stimmen wie Horst Frank, Heinz Schimmelpfennig, Christian Brückner oder Traugott Buhre sorgen dafür, dass die Figuren auch die nötigen Charaktere bekommen.

Die einzelnen Szenen werden mit Musikuntermalungen getrennt, die deutlich das Flair der 70er Jahre mitbringen. Das ist für einen Skandinavien-Krimi aus heutiger Sicht ein wenig ungewöhnlich, insbesondere bei den schnelleren Stücken entsteht eine Art "Kojak-Atmosphäre". Allerdings schlägt man deutlich öfter auch ruhigere Töne an, die einen deutlich stimmigeren Eindruck machen.


Das besondere dieser Produktion ist die gute und eingehende Charakterisierung der Figuren, die auch durch ein grandioses Ensemble bedingt ist. Allerdings tritt damit der Krimiaspekt an sich etwas nach hinten, so dass es hier nicht übermäßig spannend zugeht.  

Meine Wertung: + + +




Die Terroristen
von Maj Sjöwall und Per Wahlöö

Bearbeitung: Walter Adler
Regie: Klaus Wirbitzky
Musik: Hans Martin Majewski



auch enthalten auf:



Erzähler: Michael Thomas
Erzählerin: Marianne Lochert
Martin Beck: Charles Wirths
Stig Malm: Gert Haucke
Gunvald Larsson: Horst Frank
Rea Nielsen: Marianne Mosa
Buldowser Olsson: Helmut Brasch
Lennard Kolberg: Herbert Fleischmann
Einer Rönn: Christian Brückner
Benni Skakke: Charles Brauer
Frederik Melander: Helmut Wöstmann
Rikspolicechef: Achim Strietzel
Reporter: Helge Heynold
Dame: Kornelia Boje
Kvastmo: Peter Hensel
Braxen: Günther Sauer
Heydt: Manfred Seipold
Kapitän: Erwin Schaffer



In Anbetracht der gehäuften Attentate auf Politiker in aller Welt sieht man in Stockholm dem Besuch eines konservativen US-Senators mit gemischten Gefühlen entgegen. Und das erst recht, weil es den Sicherheitsorganen hier an intensiven Erfahrungen im Umgang mit Terroristen mangelt. Auf Martin Becks Vorschlag hin wird deshalb Gunvald Larsson zuvor in ein Lateinamerikanisches Land entsandt, um die dortigen Polizeimaßnahmen beim Besuch eines Staatspräsidenten zu studieren. Der aber wird - vor den Augen von Larsson und seinem Gastgeber - in die Luft gesprengt. Larsson und Beck entwickeln zusammen eine Strategie gegen den - wie sich bald herausstellt tatsächlich geplanten Anschlag auf den US-Senator. Rebecca Lind, einer kleinen unzeitgemäßen Frau, kann dagegen weniger geholfen werden. Sie wird zwar von der Anklage eines Bankraubes freigesprochen, verstrickt sich aber immer tiefer in Vergeltungsgedanken. Der Vater ihres Kindes, ein US-Kriegsdienstverweigerer, wurde trotz einer Amnestiezusage in den Staaten verurteilt.
 

Alarm in Sköldgatan
von Maj Sjöwall und Per Wahlöö

Übersetzung des Schwedischen Originals „Brandbilen som försvann“ aus dem Jahr 1969 von Eckehard Schultz
Bearbeitung und Regie: Peter Michel Ladiges
Musik: Michael Naura
NDR 1995
45 Min.



auch enthalten auf:



Erzähler: Matthias Ponnier
Gunvald Larsson: Matthias Fuchs
Lennard Kolberg: Günter Lampe
Martin Beck: Horst Mendroch
Volker Bogdan, Gernot Endemann, Dieter Eppler, Sabine Falkenberg, Edgar Hoppe, Ulli Krumm, Ulli Lothmanns, Harald Maack, Uwe Müller, Horst Stark, Thorsten Statz, Gustav Peter Wöhler



Bei der Observation eines Kleinkriminellen explodiert dessen Haus. Drei Menschen sterben, darunter ein Autodieb, der die Polizei auf die Spur eines internationalen Schmugglerrings führen sollte.
Sein Tod gibt Rätsel auf - war es ein Unfall, Mord oder Selbstmord? Die Ermittlungen werden aufgenommen, eingestellt und wieder aufgenommen



Bemerkungen:

Skandinavische Krimis liegen im Trend. Wallander, Beck und Co. tummeln sich in Büchern, Fernsehfilmen und - wie hier - auch in Hörspielen. Die Behäbigkeit, die diesen Vorlagen oft – und auch oft zu recht – unterstellt wird, ist hier allerdings durch eine recht straffe Produktion nur teilweise vorhanden. In nur 45 Minuten wird hier eine Geschichte erzählt, die über einen Zeitraum von mehreren Wochen bzw. Monaten die Kommissare Larsson und Beck in dessen fünften Fall bei ihren Ermittlungen begleitet. Allerdings kann man von „Drive“ nicht wirklich reden, dazu schlägt das „ruhige“ Verhalten der handelnden Personen zu viel durch.

Das Teil ist spannend, hat recht überraschende Wendungen und wirkt insgesamt sehr stimmig.

Die Sprecherriege ist u. a. mit Matthias Ponnier, Matthias Fuchs, Edgar Hoppe, Günter Lampe und Dieter Eppler besetzt und enttäuscht in keinem Moment.

Die Musikbegleitung beschränkt sich auf ein bißchen „Klaviergeklimper“. Das mag vielleicht große Hörspielmusikuntermalungskunst sein, mich hat es eigentlich eher genervt.

Alles in allem aber ein Hörspiel, das man - mit Einschränkungen - empfehlen kann.

Meine Wertung: + +
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