Krieger
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Autor: |
Torsten Buchsteiner |
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Produktion: |
WDR 2008 |
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Regie: |
Annette Kurth |
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Länge: |
55 Min. |
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Mitwirkende: |
Judith Engel, Bernd Michael Lade, Jule
Böwe, Siggi
Gressel, Albert Kitzl, Stefan Kaminski, Ulrike Krumbiegel, Fritzi
Haberlandt, Frauke Poolman, Lars Rudolph, Götz Schulte

Gregor (Bernd Michael Lade) und Grit (Judith Engel) werden zu menschlichen Zeitbomben, zu Kriegern, Bild: SWR/WDR/Sibylle Anneck

Hörspielregisseurin Annette Kurth und Bernd Michael Lade
Bild: SWR/WDR/Sibylle Anneck |
Inhalt: |
Berlin. Gregor arbeitet als Tankwart, Grit als
Rezeptionistin. Sie
leben nachts. Sie hassen die Großstadt. Sie sind allein.
Morgens
nach der Arbeit geht Gregor joggen und Grit zum Kampfsport. So
zersprengen sie die Aggression, mit der sie Nacht für Nacht
aufgeladen werden. Da sind die Leichen im Fernsehen, die Einsamkeit im
Radio und die Übergriffe ihrer Kunden. Eines Nachts wird
Gregors
Kollege bei einem Tankstellenüberfall erschossen. In derselben
Nacht versucht ein Hotelgast, Grit zu vergewaltigen. Das Fass
läuft über. Zwei menschliche Zeitbomben explodieren.
Und in
diesem Moment begegnen sie sich Gregor und Grit. Sie werden
zu
Kriegern …
„Krieger“ erzählt von zwei
Außenseitern in der
Großstadt, zwei sozial isolierten Menschen. Und von der
Sehnsucht
nach Gerechtigkeit, Ordnung, Wärme und Berührung. Und
davon,
was passieren kann, wenn man jemanden trifft, der genauso tickt, wie
man selbst.
Torsten Buchsteiner, geboren 1964 in Hamburg, absolvierte die Hamburger
Schauspielschule und arbeitete als Schauspieler an verschiedenen
Theatern in München, Hamburg und Berlin (u. a. Deutsches
Theater
Berlin). Außerdem trat er in diversen Filmen und Serien auf.
1999
debütierte er als Drehbuch- und Theatera utor. Er lebt in
Berlin
und arbeitet als Filmschauspieler und Autor. Nach
„Nordost“
(2006) und „Spieler“ (2007) sendet der
WDR mit
„Krieger“ Buchsteiners drittes Hörspiel. |
Bemerkungen:
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Ein Hörspiel, das mich zunächst etwas
abstieß, dann aber mehr und mehr faszinierte. Die Geschichte von
Gregor und Grit, beides Geschundene im Großstadtdschungel, die
ihre Wut bündeln und zu Kriegern werden, ist ein gelungener
Erklärungsversuch - aber kein Plädoyer - zum Thema
Selbstjustiz. Die Darstellung, in der beide durch ihr jeweiliges
Schicksal aufeinander zutreiben und kaum dass sie sich begegnet sind,
durch ein extremes Ereignis wieder getrennt werden, ist trotz der
extremen Figuren absolut glaubhaft.
Das liegt vor allem an Judith Engel und Bernd Michael Lade, die hier ihre Rollen perfekt zu verkörpern wissen.
Auch in der technischen Realisation hat das Team um Annette Kurth
Großartiges geleistet. Nicht nur die gelungene und glaubhaften
Kulissen, vor allem der Einsatz der stets passenden Musikstücke
sind ein Highlight dieser Produktion. Insbesondere das extrem unter die
Haut gehende "The Bell" von Scout Niblett trägt das Flair der Geschichte perfekt.
Ein gutes Hörspiel, das zwar nur langsam, dafür aber sehr
stark, den Hörer zu fesseln weiß. Da darf man gerne
einschalten.
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