Kurze Interviews mit fiesen Männern
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Autor: |
David Foster Wallace |
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Produktion: |
SWR 2004 |
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Regie: |
Antje Vowinckel |
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Länge: |
61 Min. |
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Mitwirkende: |
Milan
Peschel, Judith Engel, Jörg Hartmann, Fabian Busch, Ronald
Kukulies, Jacqueline Macaulay, Max Hopp
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Inhalt: |
Ein Junge auf dem Sprungbett eines Schwimmbads,
der von
lähmender Angst befallen wird, eine unter Depressionen
leidende
Frau, die sich im Psycho-Jargon selbst zugrunde analysiert sowie
zahllose fiese Männer, die ganz unverblümt ihre
Taktiken im
Geschlechterkampf schildern: schockierende Protokolle
gewalttätiger, hinterhältiger oder selbstmitleidiger
Egomanen, psychopathologische Mitschnitte, die in ihrem Gestus des
öffentlichen Geständnisses in Zeiten
nachmittäglicher
TV-Provokationen jedoch auch seltsam alltäglich und
tragikomisch anmuten. Hinter den sprachbesessenen Figuren, die ihre
Sehnsüchten, Marotten und verqueren Leidenschaften ausbreiten,
wird das Bild einer Gesellschaft sichtbar, die an ihrem eigenen
Spieltrieb zugrunde geht.
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Bemerkungen:
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David Foster Wallace schildert in dieser Sammlung
von
kurzen Ausschnitten sehr detaillierte Betrachtungen von interessanten
Charakteren. Dabei geht er manchmal etwas zu selbstverliebt mit dem
Medium zu Ungunsten der Glaubwürdigkeit um. Gerade der Junge
auf
dem Sprungbrett, der mit seiner Angst ringt, mag literarisch
erstklassig gezeichnet sein, tatsächlich vorstellbar ist er in
der
beschriebenen Weise nicht wirklich.
So ähnlich ist es auch bei den anderen Figuren, die Kluft ist
allerdings jeweils nicht ganz so groß.
Die Produktion ist eher beschaulich und stellt eindeutig den Text in
den Vordergrund. Die Sprecher vertreten ihre Rollen nicht, sie
erzählen mehr, als dass sie spielen. Die Darstellung
läuft
ein bisschen dem Sinn des Mediums zuwider, zumindest solange man die
Produktion eher dem Hörspiel als der Lesung zuordnet.
Insgesamt eine hörbare Produktion, die allerdings letztlich
weder
inhaltlich noch bezüglich der Umsetzung wirklich
überzeugen
kann, es aber immerhin schafft, nicht ins
Überkünstelte zu
verfallen.
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