Lachsfischen im Jemen
  Autor: Paul Torday
  Produktion: MDR 2007 / DAV
  Regie: Nikolai von Koslowski
  Länge: 88 Min.
 
 


Mitwirkende:

Joachim Król, Lena Stolze, Katharina Zapatka, Peter Matic, Udo Schenk u. a.

Inhalt:


Scheich Mohammed ibn Zaidi bani Tihama, passionierter Fliegenfischer aus dem Jemen mit luxuriösem Zweitwohnsitz in Schottland, hat eine Vision: Er will Lachse in den Wadis des Wüstenstaates ansiedeln, koste es, was es wolle. Dr. Alfred Jones, Spezialist für Lachs und Forelle im Zentrum für Fischereiwesen des Landwirtschaftsministeriums, lehnt die Idee als kompletten Unsinn ab. Sein Chef möchte jedoch vom Geldsegen des Scheichs profitieren. Auch der PRDirektor des Premierministers findet Gefallen an dem Projekt, bietet es doch die Chance, die Medien von unerfreulichen Nachrichten aus dem Nahen Osten abzulenken. Englands profilneurotischer Premierminister ist ebenfalls schnell dafür zu begeistern. Er sieht sich schon beim Fotoshooting im Jemen, mit einem kapitalen Lachs an der Angelschnur. Scheich Mohammed gelingt es sogar, die meisten rationalen Einwände zu entkräften, aber ob allein der Glaube alles bewirken kann?

Paul Torday, geboren 1946, lehrte Englische Literatur am Pembroke College in Oxford. Seit mehr als 15 Jahren ist er begeisterter Lachsfischer. Sein Wohnort in der englischen Grafschaft Northumberland, ganz in der Nähe des wilden Flusses North Tyne, bietet ihm ausreichend Gelegenheit, seiner Passion nachzugehen

Bemerkungen:


Das Tolle an dieser Satire ist, dass sie wirklich in vielen Bereichen so hauchdünn an der Realität vorbeischrammt, so dass die Geschichte absolut nachvollziehbar ist und so weit von der Begrifflichkeit "Groteske" entfernt ist. Lediglich das furiose und - im wahrsten Sinne des Wortes - mitreißende Finale ist dann doch etwas abgehobener, sorgt aber für ein durchaus gelungenes Ende der Geschichte.

Etwas mühsam, zumindest ungewöhnlich,  ist vielleicht die Art der Darstellung. Hauptsächlich werden Briefe und sonstige Dokumente von ihren Verfassern vorgetragen. Auf diese Weise baut man die Geschichte sehr interessant auf, die erwartete Hörspielatmosphäre leidet aber ein wenig darunter. Dadurch, dass man aber auch der szenischen Darstellung Raum bietet, ergibt sich aber aufgrund der geschaffenen Abwechslung trotzdem ein hoher Unterhaltungswert.

Die sehr namhafte Sprecherriege hat es hier recht einfach. Es wird deutlich mehr gelesen als gespielt, eine Aufgabenstellung, die keinen wirklich fordert und so gibt es hier wenig Herausragendes zu vernehmen.

"Lachsfischen im Jemen" ist eine sehr schöne und unterhaltsame Geschichte. Die Darstellung ist vielleicht nicht jedermanns Sache, ist aber zumindest originell und transportiert den Inhalt recht gut. 

 

Meine Wertung: + +

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