| Lauschangriff Von Uwe Timm Regie: Dieter Carls WDR 1984 46 Min. Mit Hans-Helmut Dickow, Pierre Franckh, Michael Thomas, Jan Eberwein, Krista Posch u.a. Ein Tag im Leben des Schriftstellers Kaminski. Festgehalten wird er für die Nachwelt von zwei Beamten des Bundesnachrichtendienstes, die Kaminskis Wohnung mit Mikrofonen bestückt haben und diesen nun aus ihrer Operationszentrale belauschen. Wer genau das ist, den sie da überwachen, davon haben die beiden Beamten keine Ahnung. Und was da vor ihren Ohren abläuft, ist ein völlig normaler Alltag. Ihre Bemühungen, im Allgemeinen immer wieder das Besondere zu entdecken, ihre Entschlüsselungsversuche an nie verschlüsselten Aussagen bieten vor allem Anlass zur Situationskomik. Uwe Timm, geboren 1940 in Hamburg, arbeitet seit 1971 als freier Schriftsteller. Er gehört zu den bekanntesten deutschsprachigen Schriftstellern. Seine Werke wurden vielfach ausgezeichnet und in zahlreiche Sprachen übersetzt. 2009 erhielt Timm den Heinrich Böll-Preis der Stadt Köln. Bemerkungen: Eine leichte und beschwingte Version eines doch eher ernsten Themas. Zwei Stasi-Spitzel belauschen den Schriftsteller Kaminski und zeigen, welchen perfiden Möglichkeiten man sich bedienen konnte, um in das Leben der DDR-Bürger einzudringen. Schier grenzenlos schien die Überwachung möglich, selbst wenn es welche gab, würde die technische Entwicklung hier alsbald Abhilfe schaffen. "Lauschangriff" erzählt keine Geschichte im herkömmlichen Sinne, sondern beschreibt mehr die Situation an sich. Die Deutungen der einzelnen Handlungen des Belauschten sind dabei besonders interessant. In Alltägliches wird Dubioses hineininterpretiert - man könnte darüber lachen, wäre der Hintergrund nicht so dicht an der Realität. Die Geschichte ist ideal für ein Hörspiel - Man ist hier auf Augenhöhe mit den Lauschern, da man die gleichen Möglichkeiten der Wahrnehmung hat. Wichtig sind hier die passenden Geräusche, die das Bild des Belauschten ausschmücken. Das gelingt insoweit gut, wie es im Text Erwähnung findet, was aber auch genügt, um die Geschichte nachvollziehbar zu erzählen. Meine Wertung: + + + |
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