Lebe mein Leben
  Autor: Jörg Wolfradt
  Produktion: Kirstin Petri
Regie: SWR 2009
  Länge: 49 Min.

Mitwirkende:

Eberhard: Leo Gastdorf
Brille: Livia Greif
Dose: David Grünewald
Knut: Maximilian Schlett
Mutter: Ulrike Grote
Vater: Jan Gregor Kremp
sowie
Eva Derleder, Gertraud Heise, Jakob Hovde, Ademir Karamehmedowic

Bild: SWR/Monika Maier
v.l.n.r.: David Grünewald, Livia Greif, Maximilian Schlett und Leo Gastdorf; Bild: SWR/Monika Maier

Bild: SWR/Monika Maier
v.l.n.r.: Maximilian Schlett, Kirstin Petri (Regie) und Livia Greif; Bild: SWR/Monika Maier


Inhalt:

Eberhard – ein echt ätzender Name. Besonders dann, wenn man gerade elf ist, denn man wird andauernd gehänselt. Den Kids in der Schule ist es total egal, dass Eberhard den Namen von einem tollen Großonkel geerbt hat. Er hat Stress und müsste dringend mal mit jemandem reden. Aber die Eltern interessieren sich gar nicht so richtig für ihn: Der Vater wechselt von einer Chefetage zur nächsten, die Mutter wartet nächtelang darauf, dass er endlich Büroschluss hat, und Eberhard, der muss von einer Schule zur nächsten mitziehen. Irgendwie findet er nicht nur seinen Namen, sondern auch sein Leben ziemlich ätzend. In seiner allerneuesten Schule versucht Eberhard deshalb, so zu sein wie sein Vorbild Jason, ein echt cooler Filmheld. Also nennt er sich vor seinen neuen Freunden Brille und Dose einfach Hardy oder Jason, seinen Vater erklärt er kurzerhand für verschwunden und auch sonst gibt er sich ganz lässig. Das funktioniert so lange, bis er Knut trifft, einen älteren Schüler, der ihn erpresst. Er will immer mehr Geld abzocken. Eberhard kommt ganz schön in Schwierigkeiten. Und „ätzend“ ist schließlich eine viel zu harmlose Beschreibung für seine Probleme. Da entdeckt er eine schicksalsträchtige Botschaft an einer Toilettenwand: „18 24 19 LEBE MEIN LEBEN.“ Die Chance, seinem derzeitigen Dasein zu entkommen, will sich Eberhard auf keinen Fall entgehen lassen. Auf gar, gar, gar keinen Fall.


Bemerkungen:

In knapp fünfzig Minuten erzählt Jörg Wolfradt hier eine thematisch recht typische Jugendgeschichte. Der Protagonist hat einige Probleme, die ihn arg beschäftigen. Er kommt auf eine neue Schule, hat Angst, aufgrund seines Namens direkt als Außenseiter dazustehen, wird von Stärkeren unterdrückt und gerät durch Letzteres in einen Strudel der Ereignisse, aus denen er sich - seiner Meinung nach - nur durch einen kompletten Tausch seines Lebens mit einem anderen retten kann. Was aber - trotz vielversprechendem "Werbehinweis" auf der Toilette einer Pizzeria - nicht so richtig klappen will.

Natürlich kommt am Ende alles ins Reine, die angestrebte Prämisse wird erfüllt. Vielleicht ist dieses Finale ein bisschen zu weichgespült, ein bisschen zu einfach und ein bisschen zu rund, aber letztlich: Es funktioniert. Es enthält sicherlich vernünftige Botschaften, auch wenn diese zumindest für die etwas älteren Zuhörer, nicht unbedingt subtil genug, eingewebt wurden.

Die Umsetzung hat mir gut gefallen. Leo Gastdorf erfüllt seine große Rolle als Erzähler und handelnde Figur sehr glaubhaft und professionell. Ihm nimmt man den eingeschüchterten Eberhard, der in diesem selbst gebauten Netz aus Angebereien und Lügen agieren muss, durchaus ab. Seine Freunde Brille und Dose (Livia Greif und David Grünewald) stehen hier etwas im Hintergrund, was auch daran liegt, dass diese Rollen kaum Eigenständiges beinhalten und etwas farblos sind. Etwas günstiger hat es da Maximilian Schleck erwischt, der in der Rolle des Knut zumindest etwas mehr Profil zeigen kann.

Neben den Sprecherleistungen fällt aber auch die sehr gelungene, aber unaufdringliche Kulisse auf. Die Handlungsszenen sind mit Musik und Geräuschen plausibel unterlegt. Dabei hält sich die Geräuschkulisse aber etwas zurück und beschränkt sich weitestgehend auf das Notwendige.

Insgesamt ein gutes Radiohörspiel für Kinder. Wenngleich weder das Thema, noch die inhaltliche Darstellung sonderlich orignell ist, kann die Geschichte aber durchaus unterhalten. Dass auch eine vernünttige Botschaft, wenn auch nicht sonderlich subtil eingebunden, mitgegeben wird, spricht ebenfalls für diese Produktion.
   
Meine Wertung: + + +
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