Literatur das Leben

Von Ingomar von Kieseritzky

Bibliothekar Blunt und sein belesener Kunde Mourian entdecken, dass sie einer gemeinsamen Leidenschaft frönen: Beide leben sich beim akribischen bis manischen Verfassen von Tagebüchern aus. Ihr Hauptvergnügen besteht darin, ihren nicht gerade ereignisreichen Alltag nach den Gesichtspunkten literarischer Verwertbarkeit zu sezieren. Ganz anders ergeht es Vergil, der sich ratsuchend an sie wendet: sein Leben ist prall gefüllt von  turbulenten Ereignissen, aber gerade diese Lebensfülle hält ihn davon ab, seinem Beruf als Schriftsteller nachzugehen. Mit Genuss stürzen sich Blunt und Mourian auf die abenteuerlichen Katastrophen, die offenbar ohne Unterlass über Vergils Berufs- und Privatleben einbrechen. Für sie steht fest: Allein die weihevolle Zeremonie eines ordentlich geführten Tagebuchs, nur eine schöne, nach Punkten katalogisierte Fixierung der Ereignisse kann
in dem Chaos Abhilfe schaffen. Erst als Vergils Schwester Andromache auftaucht, entdecken Blunt und Mourian, dass Vergil ihre guten Ratschläge vielleicht gar nicht so sehr nötig hatte …


Mit:
Wolfgang Reichmann
Werner Eichhorn
Felix von Manteuffel
Karin Schröder
Charles Wirths u.a.

Regie: Norbert Schaeffer

Produktion SWR 1987