Lord Peter - Der Pfirsichdieb

Von Dorothy L. Sayers



Übersetzung aus dem Englischen: Otto Bayer
Kompositon: Michael Hinze
Bearbeitung: Ulrich Griebel
Regie: Klaus Zippel
mdr / SWR / SFB-ORB 2002
47 Min.


Mit: Dagmar von Thomas, Peter Fricke, Conny Wolter, Felix Spyrka, Marlies Reusche u.a.


Lord Peter Wimsey und seine Familie haben die altjüngferliche Miss Quirk zu Gast. Sie vertritt penetrant ihre Meinung, dass Harriet und Peter ihren Ältesten Bredon zu streng erziehen und ihn geradezu zu "kriminellen" Taten treiben, wie etwa zum Pfirsichdiebstahl in Nachbars Garten.

Es bedarf der genialen Untersuchungs- und Kombinationstechnik Lord Peters, um die wahren Diebe zu ermitteln. Vater und Sohn sind sich einig, dass Miss Quirk ob ihrer Verleumdung eine "erzieherische" Maßnahme verdient.


Dorothy L. Sayers (1893-1957), Pfarrerstochter aus altem englischen Landadel, war eine der ersten Frauen mit Oxford-Diplom, arbeitete in einer Werbeagentur und übersetzte u.a. Dantes "Göttliche Komödie" ins Englische.


Bemerkungen:

Die Geschichten um Lord Peter gehören ja zu den besseren Ausgaben der Reihe "Krimi-Sommer", die ein paar Jahre lang mit wechselnden Protagonisten von den produzierenden Sendern zu Gehör gebracht wurde. Die Hörspiele leiden allesamt unter der oft sehr spröden, wenig interessanten Darstellung. Meist kann dann nur die gute Geschichte an sich, die Produktion ins Positive retten.

Der Titel "Pfirsichdieb" lässt schon erahnen, dass hier die kapitalen Verbrechen Pause machen. Tatsächlich ist die Tat, die es aufzuklären gilt, der Diebstahl einer Pfirsichernte. Dass es sich dabei um ausstellungwürdige Exemplare handelt, macht es nicht wirklich spektakulärer.
Das Verbrechen tangiert diese Produktion zu Recht nur am Rande. Vielmehr geht es hier um Erziehungsmethoden und einen Gast, der nicht nur mit antiautoritären Thesen nervt. Daraus folgt auch die schrecklich billige Prämisse, die ein altbackenes Bild der Erziehung favorisiert und als solche - aus heutiger Sicht  - überholt ist.
Natürlich geht das für das Alter der Geschichte in Ordnung, allerdings sollten dann da doch die Anteile nicht so ungleich verteilt sein. Wäre diese unsäglich parteiische Schilderung nur eine Randerscheinung einer guten Kriminalgeschichte, könnte man vielleicht damit leben. Im Verhältnis zum sehr mauen Krimi hier, funktioniert es nicht wirklich. Da tröstet auch nur wenig, dass man hier noch ein vergnügliches Finale mit der verdienten Rache an der schrecklichen Miss Quirk geboten bekommt.

Wie schon erwähnt, ohne gute Geschichte, ist die Inszenierung kaum zu ertragen. So schlägt hier die lahme Darstellung auch voll durch. Während Peter Fricke dem Ganzen noch eine halbwegs unterhaltsame und heitere Note verpassen kann, langweilt Erzählerin Dagmar von Thomas den Hörer erneut mit ihren zu monotonem Vortrag.


Leider einer der schwächsten Lord-Peter-Fälle, der nur in den Details unterhaltsam aufblitzen kann. Insgesamt wid hier jedoch viel zu wenig geboten.
 
 
Meine Wertung: -
 
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