Machwerk
oder
Das Schichtbuch des Flick von Lauchhammer

von Volker Braun
Bild: rbb/SWR/Alexander Kluge
Bild: rbb/SWR/Alexander Kluge

Hörspielbearbeitung: Barbara Plensat
Regie: Barbara Plensat (r), Assistenz: Teresa Schomburg (l)
Bild: rbb/Hanna Lippmann
Bild: rbb/Hanna Lippmann

rbb 2009
55 Min.



Mittagsfrau (jung): Nora Abdel-Maksoud
Mittagsfrau (älter): Angela Waller
Verfasser: Tilo Werner
Flick: Klaus Manchen


In einer Gegend, die „es sich hinter sich hat“, in der Niederlausitz, ist auch Meister Flick unter die Arbeitslosen geraten. Früher war er bei jeder Havarie, zu jeder Tag- und Nachtzeit zur Stelle, jetzt wird die Agentur für Arbeit, die die Nichtarbeit verwaltet, sein neuer Anlaufpunkt. In immer neuen 1-Euro-Jobs rennt er – ein moderner Don Quijote – der verlorenen Arbeit hinter her. Und wird er nicht vermittelt, beschäftigt er sich selbst. Mit unerwartetem Ausgang oft. Als Sancho Panza an seiner Seite begleitet ihn sein Enkel Ludwig, der die Arbeit nicht gerade erfunden hat. Und das Schichtbuch Flicks füllt sich trotz bester Absicht mit seltsamen Einsätzen.

Voker Braun, geboren 1939 in Dresden. Dramatiker, Essayist, Erzähler, zahlreiche Aus-zeichnungen u.a. Georg-BüchnerPreis 2000.


Bemerkungen:

Volker Braun transportiert das bewährte Don-Quichote-Thema in die gesamtdeutsche Wirklichkeit. Sein Protagonist, Meister Flick, kämpft für die Arbeit - und zwar in ihrem ureigensten Sinne. Flick kann es nicht sehen, dass Arbeit unerledigt bleibt und packt an, wo er nur kann. Er "motiviert" auf merkwürdige Art und Weise und stellt fest, dass seine diesbezüglichen Moral- und Wertvorstellungen etwas merkwürdig aufgenommen werden.

Die Geschichte ist als Schelmenstück, in der dem Held sein Tun aber nicht unbedingt bewusst wird, dargestellt. Man gönnt sich im Skript und in der Umsetzung ein paar Merkwürdigkeiten, die das Stück etwas seltsamer machen, als es der Plot erfordert. Das wirkt zum Teil etwas zu aufgesetzt, was dem ansonsten guten Hörspiel leider ein wenig schadet. Unter diesem Format sind auch die Sprecherleistungen nur schwer zu bewerten; Sie sind aber zumindest technisch sauber und geben ein in sich schlüssiges Bild der Inszenierung ab - richtig packend sind sie allerdings in dieser Darstellung kaum.

"Machwerk oder das Schichtbuch des Flick von Lauchhammer" ist ein hintergründig humorvolles Hörspiel in einer etwas zu merkwürdigen Umsetzung. 


Meine Wertung: + +




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