MAeLSTROMSÜDPOL
von Heiner Goebbels
Produktion: EIG 1987
33 Min.
Regie: Heiner Goebbels
Komposition: Heiner Goebbels
In dem Text
MAeLSTROMSÜDPOL verarbeitet Heiner Müller Motive aus dem
Umständlichen Bericht des Arthur Gordon Pym zu Nantucket ... von
Edgar Allan Poe. Die weitschweifigen Tagebucheintragungen setzte Poe
zur Untermauerung einer vorgeblichen Authentizität fiktiver
Erlebnisse ein. Sie werden hier von Müller radikal entschlackt,
Müller kommt ausschließlich "zur Sache", was bleibt, sind
die letzten Eindrücke eines Menschen in der Anziehungskraft des
Südpols.
Bei der
akustischen Inszenierung dieser knappen Seite Text reizte mich - im
Gegensatz zu meinen anderen Hörstücken - nicht die mehr oder
weniger kunstvolle Verknüpfung, sondern die Entzerrung von Musik
und Sprache im Verhältnis Erlebnis/Beschreibung. Den Sog vor
Augen, von dem Arthur Gordon Pym in den antarktischen Katarakt gezogen
wird, konzentrierte ich mich zum ersten Mal auf die Arbeit mit einer
Stimme (die David Bennents). Es ist der gleiche Sog, der als zentrales
Motiv bei der anderen von Heiner Müller im Titel zitierten
Erzählung von Poe, Der Sturz in den Maelstrom, die Fischer in den
Strudel der Lofoten treibt.
Mit: Stimme: David Bennent
Guitar and Vocal-dubs: Rene Lussier
Saxophones, Tarogato: Peter Brötzmann
Drums, Darbouka: Peter Hollinger
Synthesizer, Programming: Heiner Goebbels