| Marlov und die Leiche von David Zane Mairowitz Regie: Jörg Schlüter WDR 2009 55 Min. ![]() Yevgeny Marlov: Udo Schenk Nikita Sergejewitsch Chruschtschow: Horst Mendroch Inspektor Novotny: Wolfgang Rüter Dora Abramovna: Sigrid Bode Ludmilla: Camilla Renschke Felix Dadaev: Juan Carlos Lopez Leonid Breschnew: Bernd Kuschmann KGB Mann 1: Michael-Che Koch Moskau, 1961: Zu Yevgeny Marlov, dem selbsternannten Privatdetektiv, kommt man nur, wenn ein Fall jenseits aller politischen und gesetzlichen Grenzen gelöst werden muss. Kein Geringerer als der Erste Parteisekretär und Regierungschef Nikita Sergejewitsch Chruschtschow wendet sich an ihn: Eine Leiche muss verschwinden. Marlov weiß, dass man ihm keine Chance lassen wird, diese heikle Aufgabe abzulehnen. Aber als er kurze Zeit später mit starken Kopfschmerzen in einer dunklen Gruft aufwacht, ahnt er, dass er in eine sorgsam vorbereitete Falle getappt ist. Stalins Leichnam wurde geraubt. Marlov steht unter Verdacht. David Zane Mairowitz, 1943 in New York geboren, lebt seit 1966 als freier Schriftsteller in Avignon und Berlin. Neben journalistischen Arbeiten entstehen Kurzgeschichten, Bühnenstücke und Hörspiele, für die er mehrere Preise erhielt. Bemerkungen: David Zaine Mairowitz hat mit seinem Marlov eine sehr interessante Idee in eine Hörspielreihe fließen lassen. Den typischen amerikanischen Ermittler transportiert er in die sowjetische Wirklichkeit der fünfziger und sechziger Jahre. Im Fall "Marlov und die Leiche" darf der Detektiv sogar live zu Werke gehen, wobei sich dieser Aspekt nur aufgrund des stets präsenten Halls und dem Schlussapplaus bemerkbar macht. Dabei bietet die Geschichte schon ein paar gelungene Szenen, die durchaus mit Zwischenapplaus und auch dem einen oder anderen Lacher durchaus zu honorieren gewesen wäre. Denn Mairowitz überzeugt auch hier wieder mit einer gelungenen Mischung aus skurrilem, aber spannendem Krimi und realem politischen Hintergrund. Er erzählt mit Witz, ohne im Mindesten ins Alberne abzufallen. Auch in der Live-Performance ist Udo Schenk Dreh- und Angelpunkt. Er trägt als Ich-Erzähler hier in besonderem Maße die Geschichte. Auch in den Reihen dahinter gibt es gewohnt gute Schauspieler - auch Horst Mendroch ist hier als Chruschtschow wieder an Bord. Man gönnt der Geschichte auch eine schöne Musikkulisse, die auf traditionellen russischen Liedern fußt und auch mit einer entsprechenden Instrumentierung dargestellt wird. Ein empfehlenswerter Krimi, der einen gewohnt guten Fall des tragischen Detektivs Marlov erzählt. Hier lohnt sich das Einschalten! Meine Wertung: + + + + |
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