Meine Tonbänder sind mein Widerstand
  Autor: Thomas von Steinacker
  Produktion: BR 2007
  Regie: Bernadette Sonnenbichler
  Musik: Samuel Schaab
  Länge: 53 Min.
 

Mitwirkende:

Sprecher 1/Klaus Hofer - Oliver Stritzel
Jugendlicher/Klaus Hofer als 16jähriger - Philipp Grimm
Sprecherin/Petra Weber - Christiane Roßbach
Sprecher 2/Freund von Petra Weber - Wolfgang Pregler
Sprecher 5/Pontus - Oliver Mallison
Sprecher 3 - Hans Kremer
Sprecher 4 - Peter Veit

Inhalt:

Aufnahme, Rückspultaste, Wiedergabe. Klaus Hofer ist einer, der sein Bandgerät immer dabei hat, der die Gegenwart mitschneidet und in die Vergangenheit zurückspult, um herauszufinden, ob ihm etwas entgangen ist, ob er vielleicht etwas überhört hat - und wie alles in Wirklichkeit war: ein besessener Einzelgänger, für den es keine Grenze gibt zwischen Leben und Hörspiel. Die Beziehung zu seiner Freundin Petra, die ihn für ein Genie hält und trotzdem verlässt, dokumentiert er auf seinen Tonbändern ebenso wie die Verschwörungstheorien des Unfallchirurgen Pontus, der Hauptfigur einer Krimiserie, die als einzige von Hofers Hörspielarbeiten zu seinen Lebzeiten im Radio läuft. Enttäuscht von der Kulturindustrie, die ihn nicht wahrnimmt, kommt er zu der Überzeugung: Wer die Realität ablehnt, muss sie als Material betrachten. Das fiktive Feature "Meine Tonbänder sind mein Widerstand" feiert die Entdeckung des unbekannten Hörspiel-Pioniers Klaus Hofer, mit Ausschnitten aus seinen Hörstücken, dem Tontagebuch und seinem 'Klanglexikon der Gefühle', die hier erstmals zu hören sind - Werke, die Hofer zu einer der großen Entdeckungen in der Geschichte des deutschen Hörspiels machen.

Bemerkungen:

Eine gute Idee und ein überraschend gutes Finale - das sind die positiven Aspekte dieser Produktion. Dazwischen geht es leider etwas zu durchwachsen zu, eine Geschichte aus Fragmenten, die leider nur Grundsatzinteresse wecken, im Detail aber recht schnell am Ohr vorbeirauschen.

Die Inszenierung hingegen ist ebenso wie die Sprecherauswahl  und -leistung sehr gelungen. Die fiktive Geschichte wird hier sehr glaubhaft transportiert. Dadurch wirkt auch die Pointe des Stückes noch besser, als sie es vom Inhalt her alleine täte.

Die gelungene Umsetzung und die originelle Idee sorgen dafür, dass sich das Stück noch im positiven Bereich wiederfindet. Die Details der Geschichte konnten mich indessen kaum überzeugen.

 

 

Meine Wertung: +

 

 

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