| Mein Urgroßvater und
ich von James Krüss Bearbeitung: Marlies Flesch-Thebesius Musik: Erich Bender Regie: Lieselotte Kunze, Edward Rothe NDR 1960 / DAV 2010 164 Min. ![]() Urgroßvater: Eduard Marks Obergroßmutter: Lotte Fischer-Klein Boy: Sascha von Sallwitz Henning: Klaus Michael Ewers Untergroßvater: Helmut Peine Jonny Flöter: Klaus von Twardowski Onkel Harry: Manfred Steffen Onkel Jasper: Uwe Fridrichsen Boy's Vater: Herbert A. E. Böhme Boy's Mutter: Anne-Mary Braun Untergroßmutter: Hedwig Schmitz Präsident Singer: Willy Witte Klavier: Traute Pallet Fagott: Günther Meyer Gitarre: Bert Helsing Xylophon, Schlagzeug: Robert Hinze Boys Urgroßvater ist der beste Geschichtenerzähler der Welt. In seiner alten Hummerbude drechselt er neben Drehkreiseln vor allem Gedichte für Kinder. Boy ist überglücklich, als er mal wieder eine Woche bei seinem Urgroßvater verbringen darf. Sieben Tage lang dichten und erzählen die beiden, was das Zeug hält. |
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Bemerkungen: Wer James Krüss' Inselgeschichten, insbesondere "In Tante Julies Haus", kennt, den wird "Mein Urgroßvater und ich" nicht überraschen. Auch hier steht erneut das Thema "Sprache" im Mittelpunkt. Mit vielen Geschichtchen, Anekdötchen und Gedichten verbringen die beiden Titelhelden eine gemeinsame Woche auf Helgoland. Die Rahmenhandlung darf man getrost wörtlich nehmen, sie nimmt erst gegen Ende des Hörspiels, als Urgroßvaters Geburtstag thematisiert wird, einen beachtenswerten Raum ein. Den größten Anteil besitzen die Erzählungen von Urgroßvater und Boy, die nicht einfach erzählt, sondern auch analysiert werden. Damit ergibt sich eine interessante Mischung aus Hörspiel, Lesung und Sachbuch, die auch über die ungewönlich lange Spielzeit von 164 Minuten nicht langweilig wird. Dass das Stück schon fünfzig Jahre alt ist, merkt man dieser Produktion kaum an, denn die Umsetzung ist recht zeitlos gehalten. Die Texte stehen absolut im Mittelpunkt, die Geschichte bietet ohnehin wenig Gelegenheiten ein ausgefeiltes Sounddesign zu verwenden. Es gelingt, mit nur kleinen Details das nötige Flair zu erzeugen. Dazu tragen insbesondere die Schauspieler bei, die dem Stück einen sehr authentischen Anstrich verleihen. N(W)DR-Urgestein Eduard Marks macht als Urgroßvater eine gute Figur. Er trägt den größten Anteil am Text, muss vielfach Hintergründe zur Sprache erklären - das gelingt ihm gut, ohne oberlehrerhaft zu wirken. Die Rolle als liebenswerter Urgroßvater meistert er so gut und glaubwürdig. Mehr als nur ein Stichwortgeber ist Sascha von Sallwitz in der Rolle des Boy. Der erste "Hörspiel-Timm Thaler" überzeugt auch hier in der Rolle des Urenkels. Auch das restliche Ensemble bringt gute Leistungen, wenngleich die Einsätze doch eher recht klein ausfallen. Den noch größten Anteil hat Lotte-Fischer Klein als Untergroßmutter. Die Vorlage erhielt im Jahr der Umsetzung den Deutschen Jugendliteraturpreis - eine gute Wahl, wie auch das Hörspiel zeigt. Ein tolle Produktion, bei dem sich alles auf unterhaltsamste Weise um das Thema Sprache dreht. Meine Wertung: + + + + |
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