Memoiren eines Butlers

Von Bernd Grashoff

Regie: Heinz Günter Stamm
BR 1963
58 Min.


Guy Patrick Limerick, Butler: Theo Lingen
Lord Benmore: Peter Pasetti
Jackie Malastasia, Gangsterboss: Gustav Knuth
Big-Jim-Colosimo: Martin Benrath
Olga: Hanne Wieder
Griechen-Tony: Norbert Kappen
Sugar-Lobby-Malonas: Hans Clarin
Silver-Dicky: Heini Göbel
John, Kammerdiener: Anton Reimer


Lord Benmore, der letzte Erbe eines berühmten schottischen Geschlechtes, das sich seit Jahrhunderten nur durch das Brennen von Whisky über Wasser hält, kehrt nach einer Reise zum Kontinent in das Schloß seiner Väter zurück. Sein Butler Limerick bemerkt sofort, daß Seine Lordschaft etwas geknickt aussieht. Benmore bekennt seinem treuen Diener: Er ist ruiniert. Privat und geschäftlich. Er hat nämlich in Monte Carlo nicht nur die ihm vorzeitig überlassene Mitgift seiner Braut verspielt, sondern auch jene zwölf Millionen Dollar, die er von Jackie Malastasia, einem in Chicago ansässigen Gangsterboß, für die königlich-schottischen Brennerei-Privilegien erhalten hat. Letzeres schockiert den traditionsbewußten Limerick besonders, zumal die Transaktion ohne sein Wissen geschah. Benmore Castle ist zwar keine zwölf Millionen wert, aber der Lord ist nun gezwungen es Malastasia zu übereignen. Und seinen Butler auch. Schicksal und Zukunft des Schlosses sollen fortan allein in Limericks erfahrenen Händen liegen. Denn Lord Benmores Ehre gebietet es, sofort aus dem Leben zu scheiden. Da ihn das Knallen eines Revolvers aber nervös machen würde, empfiehlt Limerick einen diskreten Autounfall. Dankend nimmt der Lord den Rat seines Butlers an. Wie wertvoll Limericks Ratschläge sind, erkennt wenig später auch sein neuer Chef. Der Herr aus Chicago ist zwar kein Gentleman, möchte aber gern einer werden ...


Bemerkungen:

Diese Produktion hat zwei Dinge, die dafür sprechen, dass es ein erstklassiger Krimi sein müsste: Ein erstklassiges Ensemble und einen Plot mit sehr überraschenden, aber auch sehr gut er- und durchdachten Wendungen.
Allerdings leidet die Geschichte auch darunter, dass sie diese zwei sehr guten Punkte nicht richtig ausspielt und den Fokus auf eine doch eher langweilige Gaunerposse legt, die den Großteil der Spielzeit ein-, aber den Hörer nicht mitnimmt.  Es beginnt vielversprechend, endet erstklassig - dazwischen ist es belanglos.

Im Ensemble klingen große Namen: Theo Lingen, Peter Pasetti, Gustav Knuth, Hans Clarin, um nur die bekanntesten herauszugreifen. Die Leistungen sind überzeugend, gerade Peter Pasetti und Theo Lingen gefallen mir hier sehr gut. Allerdings gelingt es dem Ensemble kaum, die fahrige Geschichte des Mittelteils so zu beleben, dass sie zumindest aufgrund der Sprechleistung etwas interessant würde.

Letztlich bleibt ein durchwachsener Eindruck - hier hätte man aus den guten Ansätzen deutlich mehr machen müssen.



Meine Wertung: + +






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