Minnie oder Ein Fall von Geringfügigkeit

Ein Hörspiel in zwei Teilen von Hans Werner Kettenbach


Hörspielbearbeitung: Valerie Stiegele
Regie: Hans Rosenhauer

NDR/BR 1986
100 Min.


Mit Christian Brückner, Katharina Thalbach, Ingrid van Bergen, Franz Josef Steffens, Helmut Zierl, Horst Michael Neutze und anderen


Eigentlich sollte es eine Urlaubsreise werden. Dr. Wolfgang Lauterbach, Syndikus einer deutschen Schallplattenfirma, will nach einem geschäftlichen Aufenthalt in Nashville ein paar Tage querfeldein durch den amerikanischen Süden fahren. Aber gleich in der ersten Nacht in einem schäbigen Hotel am Highway gerät er in eine rätselhafte Geschichte, von der er nur eines begreift: Menschen, die er nie zuvor gesehen hat, verfolgen ihn, trachten ihm nach dem Leben.

Die Spielregeln jener Welt, in der er als tüchtiger Manager Rang und Namen hat, erweisen sich als wertlose Fiktion. Auch Minnie - eine junge schwarze Anhalterin - kann da nicht helfen.

Hans Werner Kettenbach studierte Zeitungs- und Theaterwissenschaft, Germanistik, Geschichte und Philosophie. 1965 Promotion. Seit 1955 Journalist, Zeitungskorrespondent in New York. Zahlreiche Romane, Hörspiele und Drehbücher.


Bemerkungen:

Von Hans Werner Kettenbach gibt es leider nur eine handvoll Hörspiele - aber diese bleiben im Ohr. Das ist auch bei "Minnie oder Ein Fall von Geringfügigkeit" so. Das liegt in diesem Fall zwar weniger am Plot selbst, denn dieser ist "nur" ein handwerklich guter Krimi. Erinnerungswert ist vor allem das einprägsame Spiel der Sprecher. Allen voran Christian Brückner, der dem Stück seinen Stempel so stark aufdrückt, dass man ständig versucht ist, die Geschichte in die Marlowe-Ära zu versetzen. Allerdings hindert einen die penetrante 80er-Jahre-Musikbeschallung letztlich dann doch daran. Sehr hörenswert ist auch Katharina Thalbach, die die naiv wirkende, aber durchtriebene Minnie sehr gut verkörpert. Den Reigen erweitern großartige Sprecher wie Ingrid van Bergen oder Franz-Josef Steffens.

Der grundsolide Plot, der zu großen Teilen als Roadhörspiel daherkommt und nur am Ende in der etwas langgezogenen Gefängnispassage leicht verliert, dürfte den Krimifan überzeugen. Gut und glaubhaft wird hier konstruiert und ein origineller Fall geschaffen.


Ein hörenswerter Krimi, der insbesondere durch die imposante Besetzung auf sich aufmerksam machen kann.

Meine Wertung: + + +


 
Zur Startseite