Mitsukos Restaurant

Hörspielbearbeitung und Regie: Alexander Schuhmacher
nach dem gleichnamigen Roman von Christoph Peters

NDR 2010
86 Minuten


Mit Michael Rotschopf, Minh-Khai Phan-Thi, Leonard Lansink, Stefan Kaminski, Linda Chang, Sascha Icks, Wolf-Dietrich Sprenger, Hanns-Jörg Krumpholz, Alexander Schuhmacher, Roman Neumann, u. a.

Bild: NDR/Fritz Meffert
(v.l.) Michael Rotschopf als Achim, Minh-Khai Phan-Thi als Mitsuko und Leonhard Lansik als Eugen; Bild: NDR/Fritz Meffert


Schon als Schüler haben sich der Gelegenheitsschauspieler, Dichter und Hobbykoch Achim Wiese und sein Freund Wolf für die japanische Kultur und Küche begeistert. Als Achim bei einer seiner Wanderungen am Niederrhein ausgerechnet in einem rustikalen Vereinsheim für Wanderfreunde ein japanisches Spezialitätenrestaurant entdeckt, ruft er umgehend Wolf an, der ganz in der Nähe als Schönheitschirurg einer Privatklinik angeheuert hat. Gemeinsam beginnen sie, das Lokal und seine Küche zu erkunden.

Eine erstklassige Küche, wie sich bald herausstellt, betrieben von der schönen und geheimnisvollen Japanerin Mitsuko. Fortan besucht vor allem Achim immer wieder das merkwürdige Restaurant. Er hat sich verliebt, in die Gerichte, die fremde Kultur und natürlich vor allem in die Frau, die für ihn beides in Vollendung verkörpert: Mitsuko.


Christoph Peters Roman «Mitsukos Restaurant» ist 2009 erschienen und von der Kritik hochgelobt worden. Er wurde im Erscheinungsjahr mit dem Rheingau-Literatur-Preis ausgezeichnet. Peters hat eine wunderbare Komödie über die Geheimnisse erlesener Kochkunst und die Rituale der Verführung geschrieben, über Verwirrspiele der Liebe und die tragikomischen Missverständnisse bei der Begegnung gegensätzlicher Kulturen.

Christoph Peters, 1966 in Kalkar/Nordrhein-Westfalen geboren, machte sein Abitur 1986 im katholischen Internatsgymnasium Collegium Augustinianum Gaesdonck. Von 1988 bis 1994 studierte er Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Von 1995 bis 2000 arbeitete er als Fluggastkontrolleur am Frankfurter Rhein-Main- Flughafen. Er lebt in Berlin.


Bemerkungen:

Bei dieser Geschichte ist der Weg das Ziel, auch wenn es ein wenig abgedroschen und klischeehaft klingt. Peters erzählt hier mit  Leichtigkeit, aber auch Leidenschaft eine typische, aber in ihren Rahmenbedingungen doch ungewöhnliche Dreiecksgeschichte. Darüberhinaus ist "Japan" das alles beherrschende Thema - Die Kluft zwischen der dortigen und der hiesigen Kultur steht dabei ebenso im Mittelpunkt, wie die japanische Kochkunst. Diese überbrückt die Liebesgeschichte zwischen Achim und Mitsuko, die mit viel Emotion dargestellt wird. Allerdings gelingt es Peters bei aller Tragik, die diese Liebe durchleben muss, viel Augenzwinkern einzubinden.

Eine gelungene Adaption einer wunderschönen Geschichte, bei der ich noch stundenlang hätte zuhören können. Wer im Hörspiel keine Knalleffekte braucht und sich einfach nur von einer Geschichte gefangennehmen lassen möchte, der sollte doch mal in "Mitsukos Restaurant" reservieren.


Meine Wertung: + + + +


 
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