| Monsieur
Cousin und die Einsamkeit der Riesenschlangen |
|
|
|
Von Romain Gary |
|
|
|
Aus dem Französischen von Justus Franz
Wittkopp |
|
|
|
Bearbeitung und Regie: Andreas von Westphalen |
|
|
|
WDR 2009 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Mitwirkende: |
Jochen Langner, Ernst August Schepmann, Renate
Becker, Nina Weniger, Thomas Balou Martin u.a. |
Inhalt: |
Der Statistiker Monsieur Cousin lebt allein in
der Zehn-Millionen-Stadt
Paris. Vor lauter Einsamkeit beginnt er, seine Zwei-Zimmer-Wohnung mit
„Schmuserchen“ zu teilen einer 2,20 Meter
langen
Python-Schlange. Die ringelnden Umarmungen des Reptils ersetzen ihm die
menschlichen Lieb¬kosungen. Aber eine Riesenschlange
löst
nicht nur alte Probleme, sie schafft auch unzählige neue. Die
Kontakte zu Kollegen und Nachbarn gestalten sich für den
gehemmten
Einzelgänger zunehmend schwieriger, wiederholt gerät
er in
Konflikte mit allen möglichen Ordnungshütern. Die
Schlange
verkompliziert obendrein auch seine „Beziehung“ zu
der
exotischen Schönheit Mademoiselle Dreyfuss, mit der er seit
einem
Jahr an jedem Arbeitstag die neun Stockwerke des Statistischen Amtes im
Fahrstuhl bereist. Enttäuscht von der Welt, zieht Monsieur
Cousin
sich mehr und mehr in Schmuserchens Umarmungen zurück.
Schließlich windet sich auch sein Inneres in heillose
Verknotungen und eine merkwürdige Verwandlung beginnt.
Romain Gary (1914-1980), französischer Schriftsteller,
Übersetzer und Regisseur, erhielt als einziger Autor den
wichtigsten französischen Literaturpreis „Prix
Goncourt“ zweimal, da erst nach seinem Tod bekannt wurde,
dass er
auch hinter dem Pseudonym Émile Ajar steckte.
„Monsieur
Cousin und die Einsamkeit der Riesenschlangen“
(„Gros
Câlin“) veröffentlichte er ebenfalls als
Émile
Ajar.
|
Bemerkungen:
|
Romain
Gary schafft mit "Monsieur Cousin" einen Protagonisten, der
hier zwar etwas übertriebenen wirkt, im
Grunde aber einen sehr reelen Kern hat. Seine verzweifelten
Bemühungen um Mademoiselle Dreyfuss hat soviel Tragik und
damit auch die dazu passende Komik, dass diese Geschichte nicht nur ins
Ohr, sondern auch irgendwie zu Herzen geht.
Eine originelle Geschichte, die zudem noch bei der Pointe
überzeugen kann.
Andreas von Westphalen hat diese ungewöhnliche Geschichte zwar
unspektakulär inszeniert, aber doch soviel Flair eingepackt,
damit die Geschichte sehr stimmig wirkt. Die Sprecher hätte
man vielleicht etwas mehr von der Leine lassen dürfen. Es
wirkt zwischendurch immer mal zu sehr bemüht gespielt, hier
und da hätte dem Ganzen etwas mehr Lockerheit vielleicht ganz
gut getan.
Ein interessantes, ungewöhnliches und rührendes
Hörspiel, das vielleicht nicht das Zeug zum Knaller hat, aber
durchaus empfehlenswert ist.
|
|
|