Mord im Kopf
  Autor: Christoph Prochnow
  Produktion: DLR 2008
  Regie: Wolfgang Rindfleisch
  Länge: 53 Min.
 

Mitwirkende:

Journalist: Hilmar Eichhorn
Major Kuhlmann: Hans Jürgen Hürrig
Helmut Wolters: Nico Holonics
Untersuchungsrichterin: Steffi Kühnert
Alexander Pahl: Christian Steyer

Hansjürgen Hürrig, Nico Holonics, Christian Steyer, Steffi Kühnert und Hilmar Eichhorn

Inhalt:

Ein Journalist hat einen - bisher unbekannten - "Vorfall" recherchiert, der sich in einer der beiden NVA-Divisionen ereignete, die in den Augusttagen 1968 an der Grenze zur ÇSSR zur "brüderlichen Hilfe" bereitstanden. Dabei soll es sich um einen "verratenen Desertionsversuch" gehandelt haben.

Zeitzeugen sind ein ehemaliger Major und ein damaliger Wehrpflichtiger - heute ein erfolgreicher Filmproduzent. Doch bevor der Artikel erscheint, wird der Journalist von einer Untersuchungsrichterin vorgeladen: der Major soll auf den Filmproduzenten geschossen haben.

Christoph Prochnow, geboren 1942, studierte an der Filmhochschule Babelsberg, arbeitete als Dramaturg im DEFA-Studio für Spielfilme und seit 1973 auch fürs Hörspiel, lebt in Berlin. Deutschlandradio Kultur produzierte die Hörspielbearbeitung "Der Amokläufer" nach Stefan Zweig (2006), "Hoffmanns Rache" (2007) und zuletzt "Todesphantasie" (2008).

Bemerkungen:

"Mord im Kopf" ist der Titel des vierten Krimis, den das DLR von Christoph Prochnow produzierte. Die Geschichte, die hier in Rückblicken die Motive eines versuchten Mordes aufzudecken versucht, ist recht gut konstruiert und auch umgesetzt.

Die Idee, die Ereignisse in der Vergangenheit in mehrere Ebenen zu Schichten überzeugt ebenso, wie die gewählte Umsetzung. Die Übergänge sind gut und konsequent dargelegt und lassen sich einfach - aber ohne simpel zu wirken - nachvollziehen.

Der Fall an sich bietet allerdings weniger Spektakulär. Hier steht mehr der Weg zur Lösung im Mittelpunkt, als die Absicht, dem Hörer ein besonders überraschendes Finale zu gönnen.

Bei den Sprechern sind die Leistungen solide, allerdings bietet ihnen die Struktur der Geschichte wenig Raum, richtig ins Spiel zu kommen, da vieles in Erzählungen dargestellt wird.

Musikalisch setzt man ausschließlich auf Musikstücke aus der Zeit der Rückblicke - Joe Cocker, Arthur Brown, die Rolling Stones, The Doors, Canned Heat, Ravi Shankar und andere sind in kurzen Ausschnitten von wenigen Sekunden bis einer knappen Minute zu hören. Damit lässt sich die zeitliche Struktur richtig gut darstellen. Einzig, dass es sich ausschließlich um westliche Musik handelt, obwohl die Handlung in der ehemaligen DDR spielt, hat sich mir nicht ganz erschlossen.


Insgesamt gesehen ist "Mord im Kopf" ein recht ordentlicher Krimi. Eine interessante Idee, die gut und nachvollziehbar dargestellt wird. Ein unterhaltsamer Krimi mit originellen Facetten.

 

 

Meine Wertung: + + +

 

 

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