Morgen in der Schlacht denk an mich

Abschiede von Javier Marías

Übersetzung aus dem Spanischen: Carina von Enzenberg und Hartmut Zahn
Komposition: 440 Hertz
Hörspielbearbeitung und Regie: Norbert Schaeffer
WDR / NDR 1998
90 Min.



Mit Ulrich Matthes, Udo Schenk, Susana Fernandes-Genebra, Rolf Schult, Wolfram Koch, Lisa Adler und anderen

"Niemand denkt je daran, dass er irgendwann eine Tote in den Armen halten könnte. Niemand denkt je daran, dass jemand im unpassendsten Augenblick sterben könnte, obwohl dies die ganze Zeit passiert." Hier passiert es Victor, einem Ghostwriter und Autor von Drehbüchern für Fernsehserien. Es passiert ihm bei seiner ersten Verabredung mit einer Frau in deren Wohnung, es passiert in der ersten gemeinsamen Nacht. Der Ehemann ist verreist, das Kind schläft nebenan. Plötzlich wird der Frau übel, und nach kurzer Zeit ist sie tot. Mit dieser ungeheuerlichen, aber auch lachhaften Szene beginnt eine Geschichte der Erinnerungen und Vorahnungen, die von Liebe und Betrug, von Schuld und Vergänglichkeit erzählt, eine Gothic Novel am Ende des 20. Jahrhunderts, die ebensoviel Schreckliches wie Tiefsinn und Komik an den Tag bringt.

Javier Marías, geboren 1951 in Madrid, war in den 80er- Jahren Lektor in Oxford und gehört mit seinen Romanen, Essays und Biographien zu den Erneuerern der spanischen Prosa nach Franco. Seine Literatur spiegelt das Lebensgefühl des modernen Menschen. 1992 (deutsch 1996) erschien "Mein Herz so weiß", die Geschichte eines unerklärlichen Selbstmordes, die den Autor schlagartig weltberühmt machte. 1994 entstand, abermals ein Shakespeare-Zitat im Titel "Morgen in der Schlacht denk an mich". Zahlreiche, auch internationale Auszeichnungen, 1997 unter anderem in Deutschland der Nelly-Sachs-Preis.


 
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