Mut für Drei

von  Bart Moeyaert

Regie:  Iris Drögekamp
Musik: Martin Gantenbein
SWR 2008
41 Min.




Mit:
Catherine Stoyan, Hannah Günther, Florian Haas, Alfons Rau, Lea Kübler



Wenn's um Mut geht, dann geht's auch um Helden. Denn Helden sind ganz besonders mutige Menschen. Die leben meistens in märchenhaften Ländern, bezwingen Ungeheuer und retten Königreiche. Dabei gibt's doch im täglichen Leben jede Menge Ungeheuer: Neugier zum Beispiel, oder Zorn, oder Gemeinheit. Die sind mindestens so schlimm wie Drachen. Und Rosi, Tom und Marta kommen drauf, wie man sie besiegen kann - und deshalb sind sie ganz besondere Helden in drei ganz besonderen Geschichten.

Bart Moeyaert, 1964 in Brügge geboren, ist einer der bedeutendsten belgischen Kinder- und Jugendbuchautoren. Bereits mit neunzehn Jahren veröffentlichte er sein erstes Kinderbuch, das zu einem Bestseller wurde. Bart Moeyaert studierte Niederländisch, Deutsch und Geschichte in Brüssel. Seit 1995 arbeitet er freiberuflich als Schriftsteller und hat Kinderbücher, Theaterstücke, Artikel und Szenarios verfasst. Daneben ist er als Übersetzer aus dem Deutschen, Englischen und Französischen tätig. Seine Werke wurden in über 15 Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Deutschen Jugend Literaturpreis. Er war dreimal für den internationalen Hans Christian Andersen Award nominiert. Bart Moeyaert lebt in Antwerpen.
  
Bemerkungen:

Drei Geschichten von Bart Moeyaert um das Thema "Mut" werden uns hier vom SWR präsentiert. Dabei geht es jeweils um unterschiedliche Formen dieses Begriffs.

In der ersten Geschichte findet Rosi einen Liebesbrief, liest ihn und will ihn zunächst behalten, sieht aber dann ein, dass sie ihn doch weitergeben und ihr Tun eingestehen muss.
Tom hingegen hat Ärger mit seiner Mutter und zieht sich in den Wald zurück und lernt dort einen  Freund kennen, mit dem es sich auch alleine aushalten lässt.
Marta wird in der Schule geschlagen und steht diesen Angriff hilflos gegenüber. Petzen oder Zurückschlagen ist tabu - aber eine schlaue Idee hilft...

Die drei Geschichte bestechen aufgrund der einfachen (aber nicht billigen) Lösungen. Sie erzählen nicht nur von Mut, sie machen dem Hörer auch welchen, insbesondere da es hier eben um ganz alltägliche Dinge geht, die jeder in irgendeiner Form selbst schon erlebt hat und daher nachvollziehen kann.

Die Umsetzung kommt sehr ruhig, fast ein wenig unnahbar daher. Man bleibt sehr dicht an der Buchvorlage, so dass es eher den Charakter einer Lesung, denn eines Hörspiels hat. Man unterstreicht so vielleicht den Anspruch des Werkes, das dies allerdings kaum nötig hätte. Etwas mehr Leben, etwas längere Zügel bei den Sprechern hätten dem Ganzen sicherlich nicht geschadet. Ähnlich ist es bei der Musik von Martin Gantenbein, die mir zumindest nicht ins Ohr gehen wollte. Das mag stimmig zur sonstigen Art der Umsetzung sein, direkten Hörspaß erzeugt es nicht.

Inhaltlich eine tolle Produktion, die leider den Fehler macht, dass man hier wenig Rücksicht darauf nimmt, ob man damit den Hörer - insbesondere in der hier primär angesprochenen Zielgruppe - begeistern kann. Das wird, so meine Befürchtung, nur in den wenigen Fällen möglich werden. Damit erklärt sich die doch eher niedrige Wertung aus der Mischung aus tollem Inhalt aber zu spröder Darstellung.
   
Meine Wertung: + +
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