| Nachtblüten Von Magdalen Nabb Übersetzung aus dem Englischen: Christa E. Seibicke Hörspielbearbeitung und Regie: Christoph Dietrich DLR 2003 55 Min. Mit Uta Hallant, Thomas Thieme, Christian Berkel, Elfriede Irrall, Peter Fricke u.a. Sara Hirsch geht zur Polizei und bittet Carabiniere Guarnaccia um Hilfe. Sie hat das Gefühl, dass jemand während ihrer Abwesenheit in ihrer Wohnung war. Auch erhielt sie eine anonyme Postkarte mit einer Drohung. Guarnaccia vermutet einen skrupellosen Hausbesitzer. Er verspricht der Dame, sie am nächsten Tag aufzusuchen. Ein Einbruch in der Villa des englischen Kunstsammlers Sir Christopher hält ihn zunächst davon ab. Als er zu ihr in die Wohnung kommt, ist Sara Hirsch bereits tot. Magdalen Nabb, 1947 in Church (England) geboren, studierte an der Kunsthochschule in Manchester, lebt und arbeitet als Journalistin und Autorin in Florenz. Schreibt Theaterstücke und Kinderbücher. DeutschlandRadio produzierte zuletzt: "Tod im Herbst" (2000) und "Alta moda" (2002). Bemerkungen: Magdalen Nabb erzählt einen Krimi vor italienischer Kulisse, die sich zwar nicht als zwingend notwendig, aber durchaus für ein gefälliges Flair sorgt. Der Fall ist ziemlich breit und lässt dem Rahmen drumherum kaum Platz. Hinter dem Mord an einer älteren Jüdin steckt ein Geheimnis, dass seine Wurzeln in der Nazizeit hat. Commissario Guarnaccia muss, um den Mord aufzuklären, tief in die merkwürdige Familiengeschichte des Opfers einsteigen. Das Hörspiel beschränkt sich fast ausschließlich mit dem Fall an sich. Nebensächliches findet sich hier kaum. Die Dialoge sind sehr zielgerichtet und man lässt sich sogar kaum Zeit, die Figuren, die nicht unmittelbar im Fall verwickelt sind, näher zu beleuchten. So bleiben beispielsweise die Ermittler rein funktional. Das trägt ein wenig dazu bei, dass der Fall ein wenig nüchterner wirkt, als es dem Hörinteresse gut täte. Der Fall bringt soviel "Geschichte" mit, dass man hier gerne eine längere Spielzeit gehabt hätte, um das Ganze etwas zu strecken und nicht zu gedrängt wirken zu lassen. Die Schwierigkeiten machen sich auch in der Umsetzung bemerkbar , denn diese greift hier auch nur bedingt, da auch hierfür kaum Wirkungsraum ist. Man schafft es, eine stimmige Kulisse zu bieten, das Tempo und die Stimmung der Handlungs aufzugreifen, gelingt aber nur bedingt. Insgesamt ist Magdalen Nabbs Krimi eine sehr spannende und gut konstruierte Geschichte. Sie verliert allerdings im engen Radiostundenkonzept, in dem sie zu gezwängt wirkt. |
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