Norbert Nackendick Die Geschichte von der Schüssel und vom Löffel
  Autor: Michael Ende Michael Ende
  Produktion: WDR 2008 WDR 1998
Bearbeitung: Ulla Illerhaus Uwe Schareck
  Regie: Angelie Backhausen Uwe Schareck
  Musik: Rainer Quade Frederik Vahle
  Länge: 34 Min. 32 Min.

Mitwirkende: Erzähler: Konstantin Graudus
Norbert Nackendick: Helmut Krauss
Helmut Krauss, Bild: WDR/Sibylle Anneck
Helmut Krauss, Bild: WDR/Sibylle Anneck

Karlchen Klammerzeh: Rene Heinersdorff
Richard Rachenrau: Horst Mendroch
Ida Rüsselzart: Biggi Wanninger
Berthold Borstig: Martin Zuhr
Professeor Eusebius Schlammbohrer: Ernst August Schepmann
Greta Grausig: Anja Niederfahrenhorst
Herkules Hupf: Steffen Laube
Dolores Immerschon: Marylu Poolman
Schüler der ARTURO Schauspielschule
Erzähler: Matthias Ponnier
König Karmuffel: Wolfgang Völz
Königin Kamelle: Lotti Krekel
Prinzessin Praline: Nina Danzeisen
König Pantoffel: Ernst H. Hilbich
Königin Pantine: Rehine Vergeen
Prinz Saffian: Alexander v. Mokos
Serpentine Irwisch: Ruth Schiffer
Bückling: Josef Meinertzhagen
Leberecht / Klau: Bodo Primus
Boten: Philipp Schepmann

Inhalt:

Das Nashorn Norbert Nackendick ist ein richtiges Ekel. Es vertreibt alle anderen Tiere von der Wasserstelle. Als selbst eine Konferenz der Tiere keine Lösung bringt und sogar der starke Löwe aufgibt, heckt ein mutiger kleiner Vogel einen schlauen Plan aus. In seiner Selbstgefälligkeit geht das Nashorn auf den Vorschlag des Vogels ein und macht sich selbst zum bewegungslosen Denkmal. Eine Fabel vom Scheitern durch blinde Selbstherrlichkeit und verblendete Eitelkeit.

In der "Bonusgeschichte" sind zwei benachbarte Königreiche im Streit. Zu den Taufen ihrer Kinder wurden sie von einer verägerten Verwandten beschenkt. Ein Paar bekam einen Suppenlöffel, das andere die passende Schüssel. Wenn beide zusammenkommen, findet sich in der Schüssel eine schmackhafte Suppe, die niemals leer wird.
Allerdings will natürlich keines der Königspaare auf seinen Teil am Geschenk verzichten... 

Bemerkungen:
Zwei sehr unterhaltsame und vor allem hintergründige Geschichten von Michael Ende hat hier der DAV aus den Archiven des WDR befreit.

Auch wenn hier nur die erste, Norbert Nackendick, auf dem Titel prangt, steht die zweite, "Die Geschichte von der Schüssel und vom Löffel", dieser in nichts nach. Im Gegenteil: Allein aufgrund der erstklassigen Besetzung der Könige mit Wolfgang Völz und Ernst H. Hilbich ist hier der Unterhaltungswert sogar noch ein Stückchen größer.

Dabei können sich beide Besetzungen mehr als sehen lassen. Auch bei "Norbert Nackendick" agieren erstklassige Sprecher und erweisen sich als Stimmakrobaten. Ein wenig uninspiriert ist zwar die Besetzung von Helmut Krauss als Norbert Nackendick, wobei er ohne Zweifel seine Sache gut macht. Richtig interessant wird es allerdings eher auf den hinteren Rängen, beispielsweise wenn Horst Mendroch als Löwe oder Biggi Wanninger als gewissenhafte Elefantendame ihren Einsatz haben.

Mit Unterstützung sehr passender Musikscores von Rainer Quade hat das Team um Regisseurin Angelie Backhausen die Geschichte in ein erstklassiges akustisches Ambiente gepackt.

In diesem Bereich liegt die Geschichte wiederum deutlich vor der zweiten, die zum einen zehn Jahre älter ist, zum anderen bietet natürlich auch das eher märchenhafte Thema weniger Möglichkeiten, hier akustisch zu brillieren. Dennoch schafft man es auch hier - insbesondere mit den - leider etwas kurzen - Musikstücken von Frederik Vahle eine stimmige Atmosphäre zu schaffen.

Zwei tolle Geschichten von Michael Ende, jede auf ihre Art erstklassig inszeniert, jede auf ihre Art absolut hörenswert. Diese beiden Produktionen haben mich wirklich erstklassig unterhalten!  

   
Meine Wertung: + + + + +

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